Reich bejubelte Premiere von Wagners „Tristan und Isolde“ im - und vor dem - Linzer Musiktheater. Erstmals wurde eine Inszenierung als Public Viewing hinaus in den Linzer Volksgarten übertragen. Etwa 20.000 Besucher schauten zumindest für einen Akt vorbei. „Ein fulminanter Spielzeitauftakt“, so Intendant Schneider.
Dem Stück liegt eine unbeschreiblich tragische Liebesgeschichte zu Grunde, in welcher die gut gemeinte Auswechslung eines Todestrankes zugunsten eines Liebestrankes tragische Folgen bewirkt. Und Wagners Kompositionskunst vermag, dass seine Tonfolgen musikgewobene Sehnsucht, klanggewordene Liebesleidenschaft und überhaupt als ein tönender Komplex aus Liebe, Nacht und Tod empfunden wird. Das unter Markus Poschner in Technik, Ausdruck und vortrefflich kontrollierter Dynamik großartig musizierende Bruckner Orchester sicherte die grandiose Qualität eines Opernabends, der mit Annemarie Kremer (Isolde), Heiko Börner (Tristan), Dominik Nekel (König Marke), Matthäus Schmidlechner (Melot), Martin Achrainer (Kurwenal) blendend besetzt ist.
Original aus Bayreuth
Auf der Bühne zu sehen ist übrigens die Originalproduktion der Bayreuther Festspiele 1993 nach Heiner Müller in Erich Wonders Bühne und mit den Kostümen von Yohji Yamamoto sowie Manfred Voss’ Lichtdesign. Neu eingerichtet wurde die Inszenierung vom Linzer Schauspielchef Stephan Suschke: er war 1993 der Assistent Müllers in Bayreuth. Insgesamt eine großartige Leistung, die im vollen Haus - und auch draußen im Volksgarten - bejubelt wurde!
Balduin Sulzer/Kronenzeitung









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