Proteste im Juni
Iran räumt Tötung von verhafteten Demonstranten ein
Die Regierung hat damit erstmals Todesfälle unter den inhaftierten Oppositionsanhängern eingeräumt. Die Opposition geht von insgesamt 70 Toten im Zusammenhang mit den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad im Juni aus. Die Regierung spricht offiziell von 30 Toten.
Bisher hatten die iranischen Behörden stets Vorwürfe zurückgewiesen, dass Häftlinge aus Oppositionskreisen misshandelt worden seien. Bei den drei Getöteten war amtlich zunächst eine Hirnhautentzündung diagnostiziert worden. In der Erklärung vom Samstag hieß es laut dem staatlichen Fernsehen jedoch, der oberste Gerichtsmediziner habe eine Meningitis ausgeschlossen und bestätigt, dass die Leichen die Spuren von wiederholten Schlägen aufgewiesen hätten. Diese Wunden hätten letztlich zum Tode geführt.
Mindestens 4.000 Demonstranten festgenommen
Im Zuge der Proteste gegen die Wiederwahl Ahmadinejads waren Dutzende Menschen ums Leben gekommen und mindestens 4.000 weitere festgenommen worden. Die meisten kamen ins Evin-Gefängnis im Norden der Hauptstadt Teheran. 200 wurden jedoch nach Kahrizak gebracht. Irans oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei hatte im Juli die Schließung des Gefängnisses angeordnet. Die iranischen Behörden hatten jedoch sämtliche Vorwürfe der Opposition, in der Haftanstalt sei es zu schweren Menschenrechtsverletzungen gekommen, zuvor stets zurückgewiesen.
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