In der Defensive
Sarkozy mit Korruptionsvorwurf konfrontiert
Auf die Spur der vermuteten Korruption kamen die Ermittler in Folge eines Autobombenanschlags in der pakistanischen Metropole Karachi im Jahr 2002, bei dem 14 Menschen getötet wurden. Unter den Opfern waren elf französische Ingenieure und Techniker, die am Bau eines U-Bootes für die pakistanische Kriegsmarine beteiligt waren. Der Rechtsanwalt Olivier Morice, der die Interessen der Hinterbliebenen von sechs der damals getöteten Franzosen vertritt, hat nun erklärt, Sarkozy sei in der Affäre um U-Boot-Lieferungen an Pakistan tief in Korruption verstrickt.
Zwei Untersuchungsrichter waren Berichten nachgegangen, wonach der Anschlag im Zusammenhang mit einem 1994 unter dem damaligen französischen Premierminister Edouard Balladur vereinbarten Verkauf von drei U-Booten an Pakistan steht. Dabei sollen Bestechungsgelder geflossen sein, von denen ein Teil nach Frankreich zurückging. Sarkozy war damals Haushaltsminister und unterstützte in der neogaullistischen Regierungspartei Balladur in dessen Kampf um die Präsidentschaftskandidatur gegen Jacques Chirac, welcher letztlich 1995 zum Präsidenten gewählt wurde.
War Anschlag Vergeltung für Einstellung von Schmiergeldern?
In einem Memorandum aus dem Jahr 2002, das in diesem Jahr in verschiedenen französischen Medien erschienen ist, äußert ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter die Vermutung, dass der Anschlag in Karachi eine "Vergeltung" für die Entscheidung der späteren französischen Regierung gewesen sein könnte, die geheimen Zahlungen einzustellen.
Morice wirft Sarkozy vor, von den Bestechungsgeldern gewusst zu haben. Sarkozy sei tief in die Korruption verstrickt, erklärte der Jurist. Demnach soll ein Teil der angeblich vereinbarten Bestechungsgelder wieder nach Frankreich zurückgeflossen und in der Wahlkampfkasse von Balladur verschwunden sein, der 1995 das bürgerliche Lager spaltete, jedoch nicht in die Präsidenten-Stichwahl gelangte. Sarkozy war damals in führender Position in der Wahlkampfmannschaft Balladurs. Der Ex-Premier hat schon früher den Vorwurf zurückgewiesen, bei dem Rüstungsgeschäft seien geheime Zahlungen vereinbart worden.
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