Die Folgen der Kindergartengebühr für die Nachmittagsbetreuung in Oberösterreich sorgen jetzt innerhalb der ÖVP für Zwist. ÖVP-Klubchefin Helena Kirchmayr weist unter Berufung auf die zuständige Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) die Abmeldezahlen des Gemeindebundchefs Hans Hingsamer (ÖVP) zurück.
„Es sind rund 20 Prozent der Nachmittagsbetreuung, also 3000 bis 3500 Kinder“, antwortete Hingsamer in einem „Kurier“-Interview auf die Frage, wie viele Kinder in Oberösterreich wegen der Nachmittagsgebühr abgemeldet worden seien.
SPÖ sieht sich prompt bestätigt
Für den ÖVP-Landtagsabgeordneten unangenehm: Prompt posaunte SPÖ-Landesgeschäftsführerin Bettina Stadlbauer hinaus, dass sie sich vom VP-Funktionär Hingsamer in ihrer Kritik an der „Kindergartenstrafsteuer“ bestätigt sehe. Bestätigt in dem, wovor die SPOÖ gewarnt habe, nämlich vor „massenweisen Abmeldungen“.
ÖVP bestätigt Hingsamer-Zahlen nicht
Wie reagiert die ÖVP auf diese (unfreiwillige) Hingsamer-Stadlbauer-Allianz? Sie „opfert“ lieber Hingsamer, als seine Zahlen zu bestätigen. Das muss ÖVP-Klubobfrau Helena Kirchmayr erledigen, die sich dabei auf die Ankündigung der zuständigen Landesrätin Haberlander beruft, (erst) im Herbst werde es „fundierte Zahlen“ geben.
Gespanntes Warten auf die Wahrheit
Bis dahin gelte: „Viele Zahlen über angebliche Abmeldungen kursieren derzeit.“ Auch die SPÖ bekommt eine Rüge von Kirchmayr. Fazit: Man darf gespannt sein, wie weit Hingsamers Angaben und Haberlanders Zahlen zusammenpassen werden.
Werner Pöchinger, Kronen Zeitung
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