Deadline naht

Land schließt Kapitalspritze für Hypo nicht aus

Kärnten
09.12.2009 18:54
Bis Freitag muss eine Entscheidung für die Zukunft angeschlagenen Hypo Group Alpe Adria fallen. Das Land Kärnten schließt ein Mitgehen bei der Kapitalerhöhung nicht mehr kategorisch aus. Es sei aber klar, dass man sich als zweitkleinster Eigentümer "eine Großkapitalisierung nicht leisten" könne, sagte Landesholding-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Martinz (ÖVP) am Mittwochabend nach einer Aufsichtsrats-Sitzung. Auf Basis eines Fortführungskonzepts wird jetzt um die Rettung der Bank verhandelt.

Zum möglichen Ausmaß der Kapitalspritze aus Kärnten machte Martinz keine Angaben. Dafür gelte es die weiteren Entwicklungen sowie die Verhandlungen zwischen Bund und Bayern abzuwarten. Bisher hatte das Land einen Beitrag zur Hypo-Rekapitalsierung kategorisch ausgeschlossen. Das Land besitzt über die Landesholding noch 12,4 Prozent an der Kärntner Hypo.

"Werden Sparer nicht im Regen stehen lassen"
Sollte die Bayerische Landesbank (BayernLB) ihre Kärntner Problemtochter fallen lassen, drohe jedenfalls keine Pleite der Hypo - signalisierte Finanzminister Josef Pröll am Mittwoch. "Wir werden sicher keinen Sparer im Regen stehen lassen."

Dies sei als Signal an den Markt, an die Bank, zu verstehen. Es gehe um die Sparer, Kreditnehmer, die Wirtschaft und die Bank mit ihren Mitarbeitern, die sich auch Sorgen machten. Es gebe jedoch keinen Grund zu übertriebener Sorge oder Nervosität, sagte Pröll.

Finanzminister zu Kärnten: "Ich hab nichts, gilt nicht"
Was aber wichtig sei: "Es kann keine Unterstützung des Bundes geben, ohne Vorleistung der Eigentümer", umriss der Finanzminister die aktuelle Position der Republik. Verweise auf klamme Staatskassen in Kärnten und Bayern lässt der Minister nicht gelten: "Auch die Republik Österreich muss das Bankenpaket auf dem Kapitalmarkt fremdfinanzieren. Wir haben den Schuldenstand erhöht, um Banken zu unterstützen. In Richtung Kärnten meinte er: "Ich hab nichts, gilt nicht".

Pröll gibt zu, dass die Lage der Hypo angespannt sei. Er ortet aber "Fortschritte" in den "konstruktiven Kontakten". Er sieht jetzt nicht die Republik am Zug, über neue Eigentumsverhältnisse nachzudenken.

Kanzler will kein "Herüberschieben"
Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hielt fest, es könne nicht angehen, dass alles privat sei, so lange es gut gehe und wenn es schlecht laufe, der Staat dran sei. Die Eigentümer seien am Zug. Das heiße nicht, "dass wir uns von dem Thema verabschieden". Allerdings: "Dass uns einfach etwas herübergeschoben wird", könne es auch nicht sein.

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