"Tapeten-Maler"
Turner-Preis für britischen Künstler Richard Wright
Wright ist der älteste Gewinner des mit 25.000 Pfund (27.700 Euro) dotierten Preises. Sein Werk, das an eine feine überdimensionale Tapete erinnert, war das traditionellste unter den diesjährigen Exponaten.
Wright schlug überraschend seine Mitbewerber Enrico David, Lucy Skaer und Roger Hiorns, der als großer Favorit in diesem Jahr galt. Zu dessen Werken zählt ein pulverisiertes Flugzeugtriebwerk und ein Kunstwerk aus Rinderhirn. Wright, der sich jahrelang der traditionellen Malerei gewidmet hatte und in Glasgow lebt, erstellt seine abstrakten Wandmalereien extra für einen Ausstellungsraum - danach zerstört er sie jedoch wieder. "Manchmal fühlt sich das nach Verlust an, manchmal wie eine Erleichterung", sagte er.
Mit dem Preis habe er selbst überhaupt nicht gerechnet, es sei jedoch "großartig". Seine Dankesrede hielt Wright kurz: "Ich habe nicht viel zu sagen, nur danke." Die Jury lobte bei der Verleihung in der Tate Britain die "tiefgründige Originalität und die Schönheit" von Wrights Werk.
Der Turner-Preis ist nach dem britischen Landschaftsmaler William Turner (1775-1851) benannt. Er wird seit 1984 jährlich an einen in Großbritannien lebenden Künstler im Alter unter 50 Jahren verliehen. Zu den Preisträgern gehören Gilbert and George, Damien Hirst und der deutsche Fotograf Wolfgang Tillmans. Zuletzt hatte 2006 mit der Deutschen Tomma Abts eine Malerin den Turner-Preis bekommen. Im vergangenen Jahr hatte Mark Leckey die Auszeichnung für eine komplexe Videoinstallation gewonnen und damit Kritik ausgelöst.
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