Früher als geplant ist die neu erschaffene bayerische Grenzpolizei nun auch an den Übergängen zu Tirol tätig. Am Unterländer Ursprungpass etwa wird seit Mitte dieser Woche kontrolliert. Hauptaufgabe der Beamten ist es nicht nur, die illegale Migration zu stoppen, sondern auch die internationale Kriminalität einzudämmen!
Der Grenzübergang am Ursprungpass liegt auf 836 Meter Seehöhe und ist vor allem bei Touristen und Ausflüglern sehr beliebt. Er verbindet das deutsche Bayrischzell mit der Tiroler Gemeinde Thiersee. Seit Mitte der Woche ist auch dort Schluss mit dem freien, innereuropäischen Personen- und Warenverkehr. Wie von der bayerischen Staatsregierung angekündigt, sind nun auch an „Nebenübergangen“ Beamte der neu aufgestellten „Grenzpolizei“ aktiv. Der Unterländer Gebirgspass ist einer davon - kontrolliert wird dort aber früher als eigentlich geplant.
Zehn Beamte flexibel einsatzbereit
Kommandant der zehnköpfigen Grenzeinheit am Ursprungpass ist Polizeihauptkommissar Roland Schmidt. Im Gespräch mit der „Krone“ erklärt er : „Wir gehören zur Grenzpolizeiinspektion Raubling, eigentlich wären wir hier erst kommende Woche zum Einsatz gekommen. Aber wir mussten aus internen Gründen kurzfristig den Dienst hier am Pass übernehmen.“
Die primäre Aufgabe der Truppe ist es, das Geschehen am Übergang genau im Auge zu behalten. „Kontrollen, so wie es sie früher einmal gab“, bringt es Schmidt trocken auf den Punkt.
Kriminalität eindämmen
Das Hauptaugenmerk liege auf der „grenzüberschreitenden Kriminalität“. „Wir schauen also nicht nur auf die illegale Migration, sondern führen ganzheitliche Kontrollen durch“, erklärt der Kommissar. So werden etwa die notwendigen Dokumente kontrolliert. Auch verdächtige Fahrzeuge werden genau unter die Lupe genommen und etwa auf mögliches Rauschgift oder Diebesgut hin überprüft.
Die bayerische Grenzpolizei kontrolliere rein „die Grenzen im niederrangigen Verkehrsnetz“ - und das mobil in einem vier- bis sechsstündigen Rhythmus. Unterstützung erhalten sie von Kräften der Bereitschaftspolizei. Die Hauptrouten, wie etwa der Autobahnübergang in Kufstein/Kiefersfelden bleiben weiterhin im Fokus der deutschen Bundespolizei.
„Es ist uns ganz wichtig, dass die einheimische Bevölkerung nicht belastet wird, es geht rein um die grenzüberschreitende Kriminalität“, meint Hauptkommissar Schmidt abschließend.
Hubert Berger, Kronen Zeitung
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