Bayern resigniert

Bayrischer Minister bezeichnet Hypo-Kauf als Fehler

Kärnten
03.12.2009 12:31
Bei der Hypo Alpe Adria geht es weiterhin Schlag auf Schlag: Der bayrische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) hat den Kauf der Hypo durch die Bayern LB am Donnerstag erstmals als Fehler bezeichnet. "Im Licht der heutigen Entwicklung muss man sagen: Der Kauf der Hypo Group war falsch", sagte Fahrenschon in München.

Den Abwägungsprozess, der im Jahr 2007 zum Kauf der Bank geführt habe, könne man "nicht mehr auf Punkt und Komma nachvollziehen". Hauptargument für den Kauf sei die Furcht gewesen, einen Marktzugang Richtung Osteuropa zu verlieren.

Die BayernLB hatte die frühere Kärntner Landesbank im Jahr 2007 für 1,7 Milliarden Euro gekauft. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt jedoch bereits gegen den früheren BayernLB-Chef Werner Schmidt, weil dieser Kaufpreis möglicherweise zu hoch war.

Fahrenschon hat Vorwürfe der Opposition entschieden zurückgewiesen, er habe einen brisanten Prüfbericht zum Kauf der maroden Bank Hypo Alpe Adria durch die BayernLB zurückgehalten. Er habe gegenüber dem Landtag "an keiner Stelle gemauert", sagte der Minister.

Fahrenschon widersprach zudem Berichten, dass Wirtschaftsprüferin Corinna Linner zu dem Schluss komme, dass der Kauf der Hypo Group im Frühjahr 2007 übereilt und überteuert gewesen sei. Linner habe diese Einschätzung in ihrem ersten Bericht - nach ausführlichen Beratungen im Verwaltungsrat der BayernLB - revidiert.

Wer soll das bezahlen?
Die Zukunft der Bank ist weiterhin ungewiss. Im Frühjahr 2007 hatte die BayernLB 67 Prozent der Hypo Group für 1,7 Milliarden Euro gekauft und der maroden Bank inzwischen insgesamt 700 Millionen Euro zuschießen müssen, um sie vor einer Pleite zu bewahren. Weitere 1,5 Milliarden Euro sind in den nächsten Tagen nötig - wer sie zahlt, darüber streitet Bayern mit Österreich.
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