Steuerpolizei-Razzia

Österreichische Bankfilialen in Italien durchsucht

Ausland
03.12.2009 14:49
Im Kampf gegen Steuerhinterziehung hat die italienische Staatspolizei mehrere Niederlassungen von österreichischen Banken durchsucht. Betroffen waren 38 Filialen von Alpenbank, Hypo Tirol Bank Italia, der Kärntner Sparkasse und Hypo Alpe Adria Bank.

Die Razzia der Steuerpolizei am Donnerstag hat sich auf den norditalienischen Raum konzentriert. Durchsucht wurden Filialen in Südtirol, dem Trentino, Friaul, Veneto, der Lombardei und Emilia Romagna. Die Durchsuchungen sollen die "pünktliche Übermittlung aller relevanten Daten" garantieren, erklärten die Steuerbehörden in einer Presseaussendung. Die Operation sei Teil einer größeren Aktion gegen die Steuerhinterziehung und internationale Finanzvergehen.

Die Tiroler Hypo hat bestätigt, dass bei ihr der Hauptstandort in Bozen betroffen war. In einer ersten Stellungnahme erklärte Hypo-Vorstand Werner Pfeifer, dass sich die Bank kooperativ verhalte. "Es sind Unterlagen angefordert worden, die wir auch ausgehändigt haben". Um welche Größenordnung es gehe, sei vorerst noch nicht bekannt.

Vor einem Monat Schweizer Banken durchsucht
Bereits am 27. Oktober hatte die italienische Polizei im Kampf gegen Steuerhinterziehung Dutzende Niederlassungen von Schweizer Banken durchsucht. Die Razzia wurde mit mehr als 100 Beamten durchgeführt. Von den insgesamt 76 betroffenen Zweigstellen im Norden des Landes befanden sich auch einige nahe dem Steuerparadies San Marino. Der Schweizer Bankenverband kritisierte die Aktion als diskriminierend.

Immobiliengesellschaft im Visier
Die Steuerpolizei führte auch ausgedehnte Ermittlungen in der friaulischen Stadt Pordenone durch. Ins Visier der Fahnder ist eine Immobiliengesellschaft geraten, der Steuerhinterziehung im Wert von 7,4 Millionen Euro vorgeworfen wird. Zwei Millionen Euro davon sollen nach Österreich gebracht worden sein. 

Außerdem wird derzeit gegen weitere friaulische Unternehmer wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung mit Hilfe der österreichischen Behörden ermittelt.

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