Mi, 22. August 2018

Unverträglichkeiten

16.07.2018 07:45

Histaminintoleranz: Erst Käse, dann Kopfweh?

Fast könnte man meinen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten liegen im Trend. Kaum einem anderen Thema als gesunder Ernährung ist in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit geschenkt worden. Doch was für den einen gesund ist, gilt für viele andere nicht. Viele Menschen zeigen nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel körperliche Beschwerden. In unserer Serie widmen wir uns häufigen Unverträglichkeiten: FruktoseGluten,LaktoseBallaststoffe und Histamin. Wenn Ihnen nach dem Genuss von Thunfischpizza, Käse oder Rotwein Kopfschmerzen, Bauchgrimmen oder Schwindel zu schaffen machen, könnten Sie an einer Histaminintoleranz leiden.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten bleiben oft unentdeckt - da Allergietests und andere Untersuchungen keinen Befund liefern. Doch wenn Sie nach der Nahrungsmittelaufnahme Symptome wie Magenschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel und Herzklopfen verspüren, sollten Sie Ihrem Hausarzt von Ihrem Verdacht erzählen, um Gewissheit zu erlangen.

Was ist Histamin?
Histamin ist ein Botenstoff, ein biogenes Amin, das sowohl in menschlichem als auch in tierischem und pflanzlichem Gewebe vorkommt. Es ist mehr oder weniger in allen Nahrungsmitteln enthalten. Im Körper wird es vor allem von Mastzellen im Darm gebildet.

Sind Sie Histamin-intolerant, bedeutet dies, dass der Abbau dieses Eiweißstoffes im Darm gestört ist. Die dahinterliegenden Ursachen sind noch nicht genau geklärt. Es wird vermutet, dass Betroffene entweder zu wenig DiAminOxidase (kurz: DAO, baut Histamin ab) produzieren oder die Diaminoxidase in einer inaktiven Form vorliegt.

Schon kleinere Mengen der Substanz in der Nahrung reichen, um Symptome hervorzurufen. Auch an allergischen Reaktionen, wie etwa Juckreiz, ist Histamin beteiligt.

Frauen sind etwas öfter betroffen
Histamin hat im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben: Er stimuliert die Magensaftsekretion, wirkt gefäßerweiternd und somit blutdrucksenkend und ist als Neurotransmitter (Nervenbotenstoff) beim Schlaf-Wach-Rhythmus, der Appetitkontrolle und der Lernfähigkeit wirksam. Frauen sind etwas öfter als Männer betroffen, auch können die Wechseljahre oft zu einer Histamin-Intoleranz führen.

Zu den Nahrungsmitteln, die Beschwerden auslösen können, zählen unter anderem:

  • Käse mit langer Reifungszeit
  • Wurstprodukte
  • verarbeitete Fleisch- und Fischprodukte
  • Alkohol (Rotwein, Sekt, Champagner)
  • durch Gärung entstandene Lebensmittel (z.B. Sauerkraut, Räucherfisch, Salami)
  • Fertiggerichte, Konserven, Tiefkühlkost

Gärung lässt Histamingehalt ansteigen
Auch begünstigen Lebensmittel, die selbst arm an Histamin sind (etwa bestimmte Beeren, Zitrusfrüchte), die Freisetzung von Histamin im Körper. Grundsätzlich gilt: Je länger ein Lebensmittel reift oder gelagert wird, desto höher ist der Gehalt an Histamin. Auch kann die Verarbeitung (z. B. Gärung) den Histamingehalt ansteigen lassen.

Medikamente erhöhen die DAO-Menge im Dünndarm und helfen somit beim Abbau von unüberschüssigem Histamin. So können auch histaminreiche Lebensmittel konsumiert werden. Empfehlenswert ist es jedoch, sich weitgehend histaminfrei (frischer Fisch, frisches Obst, Gemüse, Teigwaren, Getreide ...) zu ernähren und bei Lebensmitteln auf Qualität und Frische zu achten. Ihr Hausarzt berät Sie gerne.

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