Nach ein paar Minuten war der Prozess in Ried schon wieder vorbei. Ein 80-jähriger Jäger aus dem Innviertel hatte im Herbst auf einen Hasen geschossen - aber einen anderen Jäger (25) getroffen. Der Senior-Waidmann kam mit einer Diversion von 1100 Euro davon.
Der Unglücksschütze ist seit 50 Jahren „unfallfrei“ als Jäger unterwegs. Im Oktober nahm er an einer Treibjagd im Bezirk Braunau teil. Eigentlich hatte er auf einen Hasen gefeuert, doch eines der Schrotkörner „gellte“ ab und traf einen 50 Meter entfernt stehenden Jäger in der Augengegend. Weil der Angeklagte geständig, unbescholten und zum Tatzeitpunkt völlig nüchtern war, zweifelte auch das Gericht nicht an der Unfall-Version.
Diversion
So wurde gleich zu Beginn der Verhandlung eine Diversion vorgeschlagen. Man einigte sich auf 1100 Euro, die vom Sohn des Angeklagten sofort beglichen wurden. Für die gesundheitlichen Schäden des Opfers - der junge Mann erlitt bleibende Schäden der Netzhaut - wird die Versicherung aufkommen, da es sich nur um eine Fahrlässigkeit handelt.
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