07.05.2004 16:53 |

Ansteckungsgefahr

Chinesen finden SARS-Virus im Schweiß

Chinesische Forscher haben das SARS-Virus in Schweißdrüsen und im Verdauungstrakt von Patienten mit der lebensgefährlichen Lungenkrankheit nachgewiesen. Der Erreger könne sich daher möglicherweise auch auf anderen als den bisher bekannten Wegen verbreiten, berichteten die Forscher vom Militärhospital in der südchinesischen Provinzhauptstadt Guangzhou (Kanton).
Eine Ansteckung etwa durch Händeschütteln,über die in diesem Zusammenhang spekuliert wurde, nannteder deutsche Virologe Herbert Schmitz vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institutfür Tropenmedizin allerdings "Blödsinn".
 
Bislang gelten Tröpfcheninfektion sowie eineAnsteckung über Fäkalien als wichtigste SARS-Infektionswege."Das Virus gelangt mit dem Blut auch in winzige Kapillaren", erläuterteSchmitz auf Anfrage. "Damit kommt es wie andere derartige Erregerauch in kleinsten Mengen auf der Haut vor. Epidemiologisch spieltdas bei normaler Hygiene aber überhaupt keine Rolle, intakteHaut ist eigentlich nie problematisch." Kritisch seien der Auswurfaus den Lungen Infizierter sowie Fäkalien. Die Erfahrunghabe gezeigt, dass ein Mundschutz Ansteckungen im normalen Umgangzuverlässig verhindern könne, betonte der Experte.
 
SARS-Konferenz
Erstmals seit Ausbruch der Lungenkrankheit vor anderthalbJahren treffen sich rund 300 Wissenschaftler zu einer umfassendeninternationalen SARS-Konferenz in Lübeck. Von diesem Samstagan wollen sie Erkenntnisse über Entstehung, Verbreitung undBehandlung des "Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms" (SARS)austauschen. Bei der dreitägigen Veranstaltung sollen auchdie Übertragungswege des SARS-Virus und die Veränderungendes Erregers beim Wechsel des Wirtes Thema sein.
 
Erst kürzlich traten in China wieder neun neueFälle auf. Bei mehreren Krisengipfeln im vergangenen Jahrhatten Experten bereits gewarnt, die Lungenkrankheit sei nochnicht besiegt.
 
Erstmals 2002 in China
Die Lungenkrankheit war Ende 2002 erstmals in Südchinain Erscheinung getreten und hatte sich von dort in 28 Länderverbreitet. Nach WHO-Angaben sind damals rund 8.500 Menschen anSARS erkrankt und etwa 800 Menschen gestorben. Der Ausbruch derKrankheit und die Quarantänemaßnahmen hatte das öffentlicheLeben in China, wo allein 349 Menschen ums Leben kamen, vor einemJahr weitgehend lahm gelegt. Die chinesische Hauptstadt war damalsbesonders schwer betroffen.
Donnerstag, 13. Mai 2021
Wetter Symbol