Dutzende Tote
Anschlag auf Zug in Russland: Weitere Bombe explodiert
Am Freitagabend war der erste Sprengsatz in dem Zug zwischen Moskau und St. Petersburg explodiert. Mindestens 26 Menschen starben, das Schicksal von 18 weiteren Passagieren ist noch unklar. Am Sonntag wurde die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben.
Krater nahe der Gleise entdeckt
Laut Interfax wurde nahe der Gleise ein Krater mit einem Meter Durchmesser entdeckt. Augenzeugen hatten berichtet, kurz vor dem Entgleisen der Waggons einen Knall gehört zu haben. Aus Sicherheitskreisen hatte geheißen, dass unter dem neunten Waggon vermutlich eine Bombe explodiert war.
Schon kurz nach dem Unglück hatte der Vorsitzende der russischen Bahngesellschaft die Möglichkeit eines Bombenanschlags nicht ausgeschlossen. "Es gibt einen anschaulichen Beweis, dass (...) eine Detonation von einem explosiven Mittel einer der Gründe für den Unfall ist", so Vladimir Yakunin gegenüber Journalisten. Später sprach er im russischen Fernsehen von einem "Attentat".
Vier Waggons entgleist
Nach Angaben der russischen Eisenbahngesellschaft (RJD) entgleisten vier Waggons des "Newski Express". Das Unglück ereignete sich um 21.34 Uhr Ortszeit (19.34 Uhr MEZ) rund 350 Kilometer nördlich von Moskau in der Region Nowgorod. In den insgesamt 14 Waggons hätten sich 682 Menschen - 653 Passagiere und rund 29 Besatzungsmitglieder - befunden, meldete die Agentur Itar-Tass unter Berufung auf das Katastrophenschutzministerium.
Nationalisten bekennen sich zu Anschlag
Zu dem Anschlag hatte sich inzwischen eine Gruppe extremistischer Nationalisten bekannt. Als Drahtzieher werden aber auch tschetschenische Untergrundkämpfer oder Kriminelle vermutet.
Auf derselben Strecke ist 2007 bei einem Bombenanschlag ein Personenzug entgleist, dabei wurden damals 27 Insassen verletzt. Im Zusammenhang mit diesem Attentat sind in Nowgorod mehrere Verdächtige angeklagt. Sie sollen Verbindungen zum Anführer der tschetschenischen Rebellen, Doku Umarow, haben.
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