Umweltlandesrat:

Linzer „Luft-Rätsel“ beim Römerberg wird geklärt

„Schlicht Blödsinn“ nennt FPÖ-Verkehrslandesrat Günther Steinkellner den Standort der Luftmessstation Römerbergtunnel in Linz - wir berichteten. Umweltlandesrat Rudi Anschober verteidigt die Platzierung und will ein von Steinkellners Verkehrsabteilung festgestelltes Rätsel um Luftwerte dort lösen.

Steinkellner ließ - ohne jede Rücksprache mit der Umweltabteilung Anschobers - Auswirkungen der mehrtägigen Sperre des Römerbergtunnels auf die Stickoxidwerte erheben. Eher geringe Reduktionen plus seltsame Abendspitzen führten zu seiner Einstufung des Standorts (auf einem Parkplatz) als „Blödsinn“.

„Sehr ungewöhnlicher“ Alleingang
Anschober findet zwar den Alleingang des Verkehrslandesrat „sehr ungewöhnlich“, er will aber keinen Politstreit anfangen, sondern dem Fall nachgehen: „Gerne werde ich die Umweltdirektion ersuchen, mit der Verkehrsabteilung Kontakt aufzunehmen, um möglichst zu einer gemeinsamen Bewertung zu kommen“, so der Grüne.

„Messstelle ist repräsentativ“
Den Ort der Messstelle verteidigt Anschober aber schon vorab: “Dass die Messstation Römerbergtunnel genau das ist, was im Gesetz gefordert wird, nämlich eine repräsentative Messstelle für stark belastete Durchzugsstrassen, wurde in den vergangenen Jahren bei vielen Überprüfungen und von den verschiedensten Stellen bestätigt. Auch der LRH hat in seinem jüngsten Prüfbericht daran keine Zweifel.“

Vergleichbare Messergebnisse anderswo
Die umfassendste Bestätigung der Korrektheit der Messstelle Römerbergtunnel wurde zuletzt aber von einem gemeinsamen Prüfprogramm der Stadt Linz und des Landes mittels Passivsammler an Linzer Durchzugsstrassen erzielt. Diese belegten absolut vergleichbare Stickstoffdioxidbelastungen an den anderen Durchzugsstrassen wie beim Römerbergtunnel. Diese entscheidenden Ergebnisse wurden natürlich im Frühjahr auch veröffentlicht. Gerne stellen wir diese Ergebnisse dem Verkehrslandesrat zur Verfügung.

Anschober-Appell an Steinkellner
Anschober appelliert an Steinkellner, „seinen wichtigen Beitrag für die Beseitigung der Ursachen für die Belastung und damit für ein drohendes Vertragsverletzungsverfahren mit Millionenstrafen und eine drohende Gesundheitsbelastung in seinem Ressort durch einen massiven Ausbau von Öffentlichem Verkehr und Radfahrverkehr zu leisten und dabei eng und konstruktiv mit dem Umweltressort zusammenzuarbeiten.“ Denn der grüne Umweltlandesrat meint: „Nur so können wir gute Ergebnisse erreichen und das Problem lösen. Das - und nicht ein Verleugnen des Problems - ist es, was sich die Betroffenen zurecht erwarten dürfen“

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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