"Aufgabe erledigen"
USA senden 30.000 zusätzliche GIs nach Afghanistan
Der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, hält 40.000 zusätzliche Soldaten für nötig, um die Taliban besser bekämpfen und die Ausbildung der afghanischen Truppen voranbringen zu können. Dagegen warnt der US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, selbst Ex-US-Oberbefehlshaber am Hindukusch, vor einer Truppenaufstockung. Zuvor müsse die Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai die Korruption wirksam bekämpfen und Maßnahmen zur Stabilisierung des Landes ergreifen.
Obama hatte sich am späten Montagabend zum neunten und letzten Mal mit engsten Sicherheitsberatern über die künftige Strategie abgestimmt. Der Präsident nannte die Zusammenkünfte "umfassend und extrem nützlich". Auch der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, teilte mit, Obama habe nun "die Informationen, die er für seine Entscheidung will und braucht".
"Umfassende Strategie"
Mit seiner neuen Afghanistan-Strategie will Obama nach eigenen Worten den Einsatz der USA erfolgreich zu Ende bringen: "Es ist meine Absicht, die Aufgabe zu erledigen." Er werde für dieses Ziel eine "umfassende Strategie mit zivilen und diplomatischen Anstrengungen" vorlegen. Insbesondere sei es dabei "im nationalen Sicherheitsinteresse der USA, dass die Al Kaida und ihre Verbündeten nicht effektiv in diesen Gegenden operieren können".
Mit der Truppen-Aufstockung wollen die USA auch Druck auf ihre Verbündeten ausüben, mehr Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Obama erwarte ein stärkeres Engagement der NATO-Partner, sagte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell. So stehen derzeit etwa 4.500 deutsche Bundeswehrsoldaten am Hindukusch, die USA haben dort 68.000 Soldaten stationiert.
Nach Angaben des britischen Premierministers Gordon Brown wollen zehn NATO-Staaten insgesamt 5.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan entsenden. Das habe sich in Gesprächen Browns mit den betreffenden Ländern in den vergangenen Wochen ergeben, erklärte sein Sprecher Simon Lewis am Mittwoch in London. Brown habe diesbezüglich auch an NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen geschrieben. Um welche Länder es sich handelt, teilte die britische Regierung nicht mit.
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