Der wegen seiner »Körperwelten«-Ausstellungen umstrittene Professor Gunther von Hagens hat Mittwochabend in London eine Leiche öffentlich seziert. Die ausverkaufte Show könnte ihm eine empfindliche Strafe eintragen.
Von Hagens drohen bis zu drei Monate Haft odereine Geldstrafe wegen Verstoßes gegen das Anatomie-Gesetz.Doch der Preis schien es ihm wert zu sein. Der Gründer desInstitutes für Plastination vollführte das Spektakelim Rahmen seiner Ausstellung "Körperwelten" am Mittwochabendin London. 500 Zuschauer waren für umgerechnet 20 Euro EintrittsgeldZeugen der ersten öffentlichen Sezierung in Großbritannienseit 170 Jahren sein. Von Hagen beruft sich auf die Freiheit derDemokratie und kündigte an auch in München ein ähnlichesSpektakel zu veranstalten.
Organe auf dem Präsentierteller Die Zerlegung des Körpers wurde über Großleinwändeauch nach draußen übertragen. Etwas zeitversetzt übertugauch der britische Sender Channel-4 das makabere Schauspiel.
Erfolgreiche Ausstellung Auch in Wien hat der umstrittene Professor von Hagensfür Aufsehen gesorgt. Seine Ausstellung "Körperwelten"sorgte für Kritik und Tausende Besucher. Die Aktion in Londonsoll auch eine Art "Protest" gegen die britischen Behördendarstellen. Diese bereiten zur Zeit ein Gesetz vor, das die Lagerungund Untersuchung von Körperteilen künftig strikter regelnsoll. Seit März hat die Ausstellung in London mehr als einehalbe Million Besucher angezogen.
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