06.06.2018 12:31 |

Nur 7 % unberührt

Umwelt-Allianz macht gegen weitere Verbauung mobil

Ski-Verbindung Ötztal/Pitztal, Erweiterung Kraftwerk Kaunertal - gegen Projekte wie diese machen Alpenverein, Naturfreunde und WWF mobil und sammeln Unterschriften für eine Petition zur Erhaltung der letzten Naturoasen. Laut Umweltvereinen machen die nur mehr 7 Prozent der Fläche von Österreich aus.

„Retten wir gemeinsam die Seele der Alpen.“ So steht es auf jenem großen Plakat, das Vertreter von Österreichischem Alpenverein, Naturfreunde und WWF am Dienstag vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck spannten. Die öffentlichkeitswirksame Aktion markierte den Auftakt für eine Petition zum Schutz der letzten alpinen Freiräume. In Österreich sind das nur mehr 7 Prozent. In Tirol allein aber noch 26 Prozent.

„Der Erschließungs- und Nutzungsdruck ist größer denn je. Täglich werden in Österreich 14,7 Hektar verbaut. Wir sind Europameister bei Straßen pro Einwohner, 15 Meter sind es pro Kopf. Das ist fast das Doppelte wie im Autofahrerland Deutschland“, hat Alpenvereins-Generalsekretär Robert Renzler Zahlen parat.

Ein „Tabubruch“
Renzler nennt als aktuelles Beispiel für die ständig fortschreitende Verknappung von Naturräumen den geplanten Zusammenschluss von Pitztaler und Ötztaler Gletscherskigebiet. Renzler sieht darin einen „Tabubruch“: „Bisher war der Schutz der Gletscher allgemein anerkanntes Ziel.“ Die Tiroler Landesregierung sei nun aber offenbar davon abgewichen.

Naturfreunde-Sprecherin Regina Hrbek weist auf die Auswirkungen von weiteren Erschließungen im Hochgebirge hin: „Ökosysteme werden für immer zerstört. Systeme, die Schutz vor Naturgefahren wie Muren oder Felsstürze bieten.“

Dass die Bundesregierung ein österreichweites Raumordnungsgesetz plant, sieht Hanna Simons, stellvertretende WWF-Geschäftsführerin, als positives Signal. Andererseits sei aus dem Regierungsprogramm auch die Senkung der Umweltstandards abzulesen.

Die Petition (https://www.seele-der-alpen.at/) sehen die Vertreter der Umwelt-Allianz als Weckruf für die Politik. Bis Herbst werden Unterschriften gesammelt und dann der Regierung vorgelegt. 

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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