"Die Familie ist im Dorfleben integriert, vom Sportverein bis zur Laienspielgruppe. Die jüngste Tochter wurde zudem in Österreich geboren", so Ortschef Walter Pfeiffer (VP). Doch das reicht den Behörden nicht: Ein Antrag auf Asyl wurde im März abgelehnt, das humanitäre Bleiberecht vor zwei Wochen von Landeschef Hans Niessl zurückgewiesen.
Berufungsfrist noch im Laufen
Montag früh holten Polizisten die Eltern samt ihren vier Kindern – im Alter zwischen drei und 15 Jahren – ab. Anschließend sollte es zurück in den Kosovo gehen. Doch nun darf die Familie vorerst bleiben. "Eine Abschiebung während eines laufenden Verfahrens ist nicht rechtmäßig", erklärt Rainer Klien von SOS-Mitmensch. Die Frist für die Berufung laufe nämlich noch. Die Abschiebung ist damit vorerst vom Tisch. Wie lange, könne jedoch niemand sagen.
Grüne schießen sich auf Niessl ein
"Landeshauptmann Hans Niessl hat mir persönlich das Wort gegeben, dass im Burgenland keine Familien abgeschoben werden, die ins Dorfleben integriert sind", zeigte sich der Grüne Landessprecher Josko Vlasich "grenzenlos enttäuscht". Der Wahlkampf vor der Landtagswahl 2010 habe "heute um 6.00 Uhr begonnen, als die Polizei in Wolfau vorgefahren ist, um eine Familie mit Kleinkindern abzuholen", ortete Vlasich "Angst" vor der FPÖ.
FPÖ: "Kein Platz für Wirtschaftsflüchtlinge"
Die Freiheitlichen wiederum sprechen dagegen von "Asylmissbrauch" und fordern die umgehende Abschiebung der Kosovaren, weil kein Asylgrund vorliege. "In Zeiten wachsender Arbeitslosigkeit haben wir für Wirtschaftsflüchtlinge keinen Platz, so bedauerlich das auch sein mag", betonte Klubobmann Johann Tschürtz laut Aussendung.
von Tina Blaukovics (Kronen Zeitung) und bgld.krone.at
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