Hochhaus brannte

Kriminalpolizei überzeugt: Welser wollte sterben

Er wollte sterben, zündete deswegen seine Wohnung an und sprang schließlich vom zehnten Stockwerk in den Tod, als hinter ihm schon die Flammen loderten - immer mehr Indizien zeichnen dieses Bild vom Brandleger (45) in einem Welser Hochhaus. Eine „Krone“-Austrägerin hatte - wie berichtet - ein Inferno verhindert.

„Es wird noch wegen Brandlegung ermittelt. Wir haben auch eine Obduktion angeordnet. Es wird aber nicht erwartet, dass es zu überraschenden Ergebnissen kommt“, erklärt Birgit Ahamer von der Staatsanwaltschaft Wels zum aktuellen Ermittlungsstand.

Auch die Identität des Toten ist noch nicht zweifelsfrei gesichert, es gibt aber kaum Zweifel, dass es sich um den 45-jährigen Wohnungsinhaber handelt.

Die Eingangstür war von innen versperrt
Die Wohnungstüre im zehnten Stockwerk war von innen verschlossen, was Fremdverschulden ausschließt. Offenbar hatte der 45-jährige Mieter an mehreren Stellen Feuer gelegt. Dann dürfte er sich aber in seiner Verzweiflung entschlossen haben, einen noch schnelleren Tod zu suchen und sprang aus dem Fenster 30 Meter in die Tiefe. Er prallte auf einem Gehsteig auf, war sofort tot.

Austrägerin war Augenzeugin
„Krone“-Austrägerin Brigitte Röckendorfer war Augenzeugin des Suizids: „Plötzlich ist ein Mann aus dem zehnten Stock gestürzt und nicht weit neben mir aufgeschlagen. Es war furchtbar! Ihm war nicht mehr zu helfen.“ Röckendorfer schlug, wie berichtet, sofort Alarm und verhinderte so ein Inferno in dem insgesamt elfstöckigen Hochhaus.

Suizidversuch mit Sprit endete mit Explosion
Die Welser Verzweiflungstat erinnert fatal an einen Vorfall in Neumarkt im Hausruckkreis, der vor fünf Jahren für Schlagzeilen sorgte. Damals hatte ein 27-jähriger Arbeitsloser in seiner Wohnung am Marktplatz fünf Liter Benzin verschüttet, um diese abzufackeln. Der psychisch kranke konnte aber entkommnen. Er flüchtete, kam dann in Untersuchungshaft.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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