Schütze gefasst

Ein Toter bei Amoklauf in US-Bürogebäude

Ausland
06.11.2009 21:33
Ein hoch verschuldeter Mann hat am Freitag im Büro seiner Ex-Firma in Orlando im US-Bundesstaat Florida um sich geschossen und dabei einen Menschen getötet und fünf verletzt. Drei Stunden nach dem Amoklauf am Freitag wurde der 40-jährige Jason Rodriguez im Haus seiner Mutter verhaftet. Auf die Frage von Reportern, warum er seinen früheren Kollegen das angetan habe, erklärte er: "Weil sie mich haben verrotten lassen."

Einem Konkursrichter hatte Rodriguez (kleines Bild) vor kurzem erklärt, er habe so wenig Geld, dass er nicht einmal seinen Sohn besuchen könne, der 30 Minuten entfernt wohne. Bei einem Sandwich-Geschäft bei einer U-Bahn-Station verdiene er im Jahr nicht einmal 30.000 Dollar (20.186 Euro) , verschuldet sei er mit 90.000. Rodriguez ist geschieden und verlor vor zwei Jahren seinen Job in der Firma, in der er am Freitag um sich schoss.

Er sei als Techniker grundlos entlassen worden und als inkompetent dargestellt worden, sagte Rodriguez laut Polizei. Nach eigenen Angaben war er eineinhalb Jahre arbeitslos, bevor er auf Stundenbasis in dem Sandwich-Kiosk anfangen konnte. Weil das hinten und vorn nicht gereicht habe, meldete er sich erneut arbeitslos und warf seiner früheren Firma vor, seinen Bemühungen um einen neuen Job zu schaden.

Mitarbeiter flohen in Panik
Als Rodriguez dort zu schießen begann, liefen die Angestellten in Panik aus dem Gebäude, einige verschanzten sich auch in ihren Büros. Eine Mitarbeiterin in dem Büroturm sagte, sie habe gerade zum Mittagessen gehen wollen, als ihr eine Kollegin am Lift entsetzt zurief: "Hier wird geschossen! Geh zurück in dein Büro und bring dich in Sicherheit", schilderte Gerry Gilgo die Szene auf dem Stockwerk, wo sich die Schießerei ereignete.

Der Täter konnte zunächst fliehen, wurde dann aber von der Polizei im Haus seiner Mutter gesichtet und gestellt, wie Polizeichefin Val Demings erklärte. Er ergab sich widerstandslos und entschuldigte sich für sein Verhalten. "Ich mache gerade eine schwere Zeit durch. Es tut mir leid", erklärte er laut Polizei.

13 Tote bei Amoklauf auf Militärstützpunkt
Die Bluttat ereignete nur einen Tag nach dem Amoklauf auf dem texanischen Militärstützpunkt Fort Hood mit 13 Todesopfern und rund 30 Verletzen (siehe Infobox).

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