Fr, 21. September 2018

Im Vergleich zu Bayern

26.04.2018 15:43

Lebensmittel & Co: Tirol bleibt teures Pflaster

Eine aktuelle Erhebung der Arbeiterkammer Tirol zeigt, dass Konsumenten in Tirol für idente Produkte wesentlich mehr bezahlen, als in Bayern. Die Preisunterschiede liegen dabei bei einzelnen Produkten bei bis zu 152,10 Prozent. Laut AK gibt es keinen nachvollziehbaren Grund für die absurden Unterschiede.

Zum vierten Mal erhoben die AK-Konsumentenschützer nun schon einen Preisvergleich von Markenlebensmitteln in München und Innsbruck. Das Ergebnis: Eine massive Benachteiligung der Konsumenten in Tirol. Für viele identen Produkte muss wesentlich mehr bezahlt werden, als in Bayern, so die Experten.

Der Warenkorb
Wie die Arbeiterkammer erklärt wurde für die  aktuelle Erhebung von den Konsumentenschützern ein Warenkorb mit 30 identen Markenlebensmitteln zusammengestellt. Dabei wurde darauf geachtet, dass alle Produkte in allen ausgewählten Geschäften erhältlich waren. In Innsbruck bei Billa, Merkur, Eurospar, Mpreis und Spar. In München bei Edeka, Rewe, Real, Hit und Kaufland, so die Konsumentenschützer.

Die Ergebnisse
Während in Innsbruck die Preise für den kompletten Warenkorb zwischen 113,96 Euro (Merkur) und 118, 66 (Billa) lagen, bewegten sich in München die Preise zwischen 89,46 Euro (Hit) und 98,84 Euro (Rewe). Im Schnitt kostete der Warenkorb in München 94,20 Euro und Innsbruck 116,76 - damit lag der Unterschied bei 23,94 Prozent. Der günstigste Warenkorb in Innsbruck war mit 113,96 Euro (Merkur) noch immer erheblich teurer, als der teuerste in München mit 98,84 Euro (Rewe).

Die Details
Betrachtet man die Ergebnisse im Detail, werden die Unterschiede noch drastischer sichtbar. Der Spitzenreiter bei den Differenzen waren mit 152, 10 Prozent die „McCain 123 frites Original 750g“:  In Innsbruck kosteten sie beim teuersten Anbieter drei Euro, während man sie in München beim billigsten Anbieter um 1,19 Euro kaufen konnte. Enorme Preisunterschiede von über 100 Prozent wurden erhoben bei:

  • Barilla Spaghetti Nr. 5 - 120,78%
  • Pringles Original - 106, 67%
  • Duplo Schokolade mit Waffel - 101,34%

Der Ablauf
Alle Preise wurden in derselben Kalenderwoche ohne Berücksichtigung von Mitglieds- bzw. Kundenkarten oder Mengenrabatten erhoben. Laut AK wurden jene Preise herangezogen, die ein Konsument, der ohne Mitgliedkarte das Geschäft betritt, für ein Produkt am Tag der Preiserhebung zahlen hätte müssen. Dies inkludiert auch Aktionspreise. Bei allen Preisen handle es sich um Inklusive-Preise. Heißt: Der entsprechende Umsatzsteuersatz in Österreich und Deutschland sei enthalten. Die Umsatzsteuersätze unterscheiden sich laut AK nur geringfügig: Der Mehrwertsteuersatz beträgt in Österreich 20 Prozent bzw. zehn Prozent (ermäßigter Steuersatz) und in Deutschland 19 Prozent, bzw. sieben Prozent  (ermäßigter Steuersatz).

Die Forderung
„Obwohl die Arbeiterkammer Tirol die entsprechenden Stellen der Europäischen Kommission bereits mehrfach informiert und zum Handeln aufgerufen hat, blieben diese bis dato untätig. Wie oft müssen so enorme, nicht begründbare Preisunterschiede denn noch aufgezeigt werden, damit in Brüssel endlich etwas geschieht“, zeigt sich AK-Präsident Erwin Zangerl verärgert. Die AK bleibe aber dran, hieß es, und fordere die zuständigen Stellen in Brüssel abermals auf, Untersuchgungen einzuleiten, um diesen Differenzen auf den Grund zu gehen und sie in weiterer Folge zu bereinigen. Außerdem sei auch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde informiert worden - sie soll bereits ein wachsames Auge auf die Preisgestaltung geworfen haben. 

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.