30 Monate Haft

Mann wollte Ex-Freundin über Felswand stürzen

Kärnten
04.11.2009 13:06
Wegen Freiheitsentziehung, schwerer Nötigung und Körperverletzung ist ein 39-jähriger Kärntner am Mittwoch von einem Schöffensenat am Landesgericht Klagenfurt zu 30 Monaten Haft - zehn davon unbedingt - verurteilt worden. Er hatte am Ostermontag versucht, seine ehemalige Lebensgefährtin über eine Felswand am Dobratsch (Bild oben) im Bezirk Villach zu stürzen.

Der Angeklagte - er hatte stets beteuert, er habe die Frau nur zum Zusehen bei seinem Suizid zwingen wollen - hatte seiner Ex-Partnerin aufgelauert, sie in ihr Auto gezerrt und war mit ihr auf den Dobratsch gefahren. Auf einer Aussichtsplattform auf dem Berg angekommen, drängte er sie in Richtung Abgrund. Dabei soll er gerufen haben: "Ich bring' dich um, ich bring' mich um, du wirst dabei zusehen."

Die Frau erlitt bei mehreren Versuchen, von ihm loszukommen, zahlreiche Prellungen, Schnittwunden an den Händen, Hämatome und Druckstellen an Hals und Mund. Auf die Frage von Staatsanwältin Sandra Agnoli, wie er sich diese Verletzungen erkläre, antwortete der 39-Jährige: "Sie hat gar keine Verletzungen gehabt." Nur durch Zuredungen schaffte es die 43-Jährige, dass er sein Vorhaben nicht umsetzte.

Ein Gutachten attestierte dem Angeklagten eine "schwere depressive Verstimmung im Tatzeitraum aufgrund belastender Lebensereignisse". Jahrelange Probleme innerhalb der Familie und vor allem mit den Kindern seien der Grund für seine Selbstmordgedanken gewesen. Nachdem einer seiner Söhne von der Schule geflogen war, befand sich der Mann auch in stationärer psychiatrischer Behandlung am Landeskrankenhaus Villach.

Täter hat eigenen "Fanklub"
Im Gerichtssaal versammelt waren auch zahlreiche Verwandte des Angeklagten. Mit Zurufen wie "Wir stehen alle zu dir" versuchten sie dem Mann Mut zu machen. Der "Fanklub" des 39-Jährigen hatte auch schon im Vorfeld des Prozesses für Aufregung gesorgt: "Das ganze Dorf hat versucht, Stimmung gegen die Frau zu machen", meinte Agnoli. Sie nannten die 43-Jährige vor der Staatsanwältin eine Hexe, die es nur auf das Geld abgesehen habe. Offenbar ohne Erfolg - Agnoli meldete Berufung gegen die Höhe der Strafe an.

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