Mo, 23. Juli 2018

In Brunnen gestürzt

10.04.2018 14:54

Bub musste stundenlang neben Leiche ausharren

Dramatische Szenen in Villach: Während Polizisten mit Hunden und Hubschrauber fieberhaft nach einem vermissten Fünfjährigen und dessen Betreuer suchten, harrte der Bub stundenlang neben dem toten 56-Jährigen in einem Brunnen aus! Beide waren 20 Meter tief in den offenen Schacht gestürzt.

Der kleine Marcel lebt mit seiner Familie im Villacher Ortsteil Landskron und wird regelmäßig von einem Mitarbeiter des Jugendamtes besucht. Der 56-Jährige war auch am Montag da und spielte mit dem Buben am Nachmittag im Garten.

Besorgte Mutter schlug Alarm
Nachdem die beiden gegen 19 Uhr immer noch nicht ins Haus zurückgekehrt waren, alarmierte die besorgte Mutter (40) die Polizei. Da eine Suche in der näheren Umgebung negativ verlaufen war, wurden Polizeihunde und Hubschrauber zur Unterstützung angefordert. Der Hinweis eines Nachbarn, der leise Hilferufe am Nachmittag gehört hatte, führte den Suchtrupp dann zu einem stillgelegten trockenen Brunnen nahe des Hauses, der hinter Gestrüpp verborgen lag.

„Es grenzt an ein Wunder, dass dem Buben nicht mehr passiert ist“
Darin entdeckten die Retter gegen 22 Uhr den wimmernden Buben. Er kauerte neben seinem Betreuer, der kein Lebenszeichen von sich gab. Mithilfe der Feuerwehr und Mitgliedern der Bergrettung wurde zuerst Marcel aus dem engen Loch gezogen. Der Fünfjährige hatte beim Sturz in den 20 Meter tiefen Schacht nur leichte Verletzungen erlitten. Harald Geissler, Chef der Hauptfeuerwache Villach, sagt: „Es grenzt an ein Wunder, dass dem Kleinen nicht mehr passiert ist. Er dürfte wohl auf seinen Betreuer gefallen sein, was den Aufprall gedämpft hat.“

Der 56-Jährige musste mit einem Flaschenzug gehoben werden. Für ihn kam allerdings jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Warum die beiden in den Brunnen gestürzt sind, ist noch Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Neben dem Schacht wurden Teile einer Abdeckung gefunden. Wer diese entfernt hat, ist ungeklärt.

Johann Palmisano, Kronen Zeitung

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