Italien erschüttert

Mann in Haft zu Tode geprügelt – Kritik an Polizei

Ausland
31.10.2009 14:25
Der rätselhafte Tod eines 31-jährigen Mannes aus Rom, der nach seiner Einlieferung in die Strafanstalt Regina Coeli ums Leben gekommen ist, erschüttert die politische Landschaft Italiens. Stefano Cucchi wurde am 16. Oktober festgenommen, weil er mit 20 Gramm Marihuana erwischt worden war. Eine Woche später wurde seine Familie informiert, dass Cucchi "nach starken Rückenschmerzen" im Spital gestorben sei. Die Leiche war laut der Mutter des Opfers in einem "schrecklichen Zustand".

"Er hatte ein wund geschlagenes Gesicht, ein blaues Auge, die Kieferknochen waren entstellt. Auch am Rücken waren Wunden zu erkennen", erzählte die Mutter. Die Familie veröffentlichte die schockierenden Bilder der Leiche und verlangt nun eine Erklärung für den Tod Cucchis.

Ermittlungen wegen Mordes
Justizminister Angelino Alfano hat eine Untersuchung über den mysteriösen Tod eingeleitet. Auch die römische Staatsanwalt ermittelt wegen Mordes. Europa-Parlamentarier Luigi De Magistris erklärte: "Der Staat darf sich nicht scheuen, jene Polizeikräfte zu bestrafen, die sich für diesen schrecklichen Mord verantwortlich gemacht haben."

"Operationen außerhalb jeglicher Regeln"
Auch Ex-Justizminister Luigi Manconi warnte vor Gewaltexzessen bei den Sicherheitskräften: "Das neue Anti-Drogengesetz hat zu Verzerrungen, Amtsmissbrauch, unbegründeten Festnahmen und Operationen außerhalb jeglicher Regeln geführt. Darunter leiden kleine Drogendealer und Rauschgiftkonsumenten, die schwachen Glieder der Kette, wie im Fall Stefanos."

Verteidigungsminister nimmt Carabinieri in Schutz
Verteidigungsminister Ignazio La Russa wiederum schloss aus, dass sich die Carabinieri bei der Festnahme Cucchis unkorrekt verhalten hätten.

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