Sa, 21. Juli 2018

Kärnten Inoffiziell

28.03.2018 06:30

Schwarzer Spinat bei Koalitionsverhandlungen

Die ÖVP pokert hoch, stößt bei der SPÖ jedoch auf Unverständnis und Ablehnung. Heute, Mittwoch, fällt die Koalitionsentscheidung.

Am Gründonnerstag steht vielerorts Spinat auf dem Speiseplan. Die ÖVP dürfte sich bereits Montag am berühmten Comic-Seemann Popeye orientiert haben, dem dieses nahrhafte Grünzeug stets die Muskeln schwellen lässt. Wie man es halt so braucht für eine zünftige Keilerei.

Jedenfalls berichten Teilnehmer der laufenden Koalitionsgespräche übereinstimmend von verwegen anmutenden Forderungen, mit denen ÖVP-Chef Christian Benger am Montag die SPÖ überraschte. So habe man neben den ohnehin klaren Agrar- und Wirtschaftskompetenzen noch Kultur, Sport, Gemeinden, Personal und Feuerwehrwesen für sich urgiert.

Ergänzt worden sei dieses Ansinnen durch den Anspruch auf einen Landeshauptmannstellvertreter und den Zweiten Landtagspräsidenten. „Das wäre ein Verhältnis von 4:3 zu Gunsten der Volkspartei gewesen und kein Abbild der Wahl,“ schildert ein hochrangiger Roter.

Jedenfalls platzte LH Peter Kaiser der Kragen. „Ich stellte klar, dass ich Mittwoch vor die Presse treten werde und mitteilen, ob das etwas wird mit SP und VP oder nicht. Und ich ergänzte, dass ich anderenfalls nach Ostern mit einer anderen Partei verhandeln werde“, so Kaiser zur „Krone“. Der Landeschef weiter: „Ich erwarte mir überdies von einem Koalitionspartner, dass er ein Kärnten-Paket auch gegen den Bund mittragen wird.“

Aus schwarzen, mit „Atomspinat“ gestärkten Kreisen hört man leichtes Murren. „Es wurde uns die Referatsaufteilung präsentiert. Wenn ich so wie die SPÖ 48 Prozent hätte, würde ich es genauso machen“, kommentiert einer aus dem Verhandlungsteam. „Morgen Abend wird klar werden, ob wir in einer Koalition sind oder nicht.“

Noch scheint Rot-Schwarz die mit Abstand wahrscheinlichste Variante, aber die beiden Parteichefs Gernot Darmann und Gerhard Köfer sollten sicherheitshalber ihre Handys nicht lautlos stellen – sie könnten einen Anruf Kaisers versäumen.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger

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