Tram-Fahrgast gewürgt

Kontrolleur-Skandal: Sicherheitsfirma droht Aus!

Der Tram-Skandal samt Video sorgt in ganz Österreich für viel Aufsehen, Kopfschütteln, Wut und Unverständnis. Straßenbahn-Kontrolleure rissen in Linz einen Fahrgast (er hatte ein falsches Ticket) nieder und würgten ihn. Nach dem harten Vorgehen sprechen Bürgermeister Klaus Luger und auch Linz-AG-General Erich Haider nun ein Machtwort. Und es hagelt massive Kritik an der Sicherheitsfirma.

Das verhältnismäßig brutale Vorgehen der Kontrolleure in der Linzer Straßenbahn der Linz AG-Linien, die Kontrollen werden von der Sicherheitsfirma Securitas durchgeführt, hat jetzt harte Konsequenzen. „Bei uns herrschen klare Regeln. Und hier wurde definitiv eine Grenze überschritten. Das Eingreifen steht in überhaupt keiner Relation“, betont der Linzer Bürgermeister Klaus Luger in seiner Funktion als Aufsichtsratschef der Linz AG.

Suspendierung gefordert
Ob er der Linzer Bürgermeister meint, dass die Kontrolleure der Sicherheitsfirma Securitas, die mit ihrem brutalen Eingreifen für so viel Wirbel sorgten, auch weiter Fahrscheinkontrollen durchführen sollten? „Ich glaube nicht! Denn offensichtlich waren sie mit dieser Situation überfordert, daher sollte die Firma für sie eine andere Beschäftigung suchen“, spart Luger nicht mit Kritik und fordert auf diesem Weg auch gleich deren Suspendierung.

Securitas-Vertrag mit Linz AG wackelt
Wobei es durchaus möglich ist, dass die Linz AG in Zukunft auf die Dienste der Sicherheitsfirma Securitas überhaupt verzichten könnte. „Der Vertrag läuft heuer aus. Dieser Vorfall lässt uns darüber nachdenken, in Zukunft wieder unser eigenes Personal für diese Aufgaben in den Bussen und Straßenbahnen einzusetzen“, sagt Linz-AG-Generaldirektor Erich Haider, der den Vorfall zutiefst bedauert und sich bei Fahrgast Christian L., der bei dem Vorfall gewürgt, an die Wand gedrängt, zu Boden gerissen und verletzt wurde, entschuldigt. Auch der Tiroler spart nicht mit massiver Krititk: „Die Kontrolleure wollten diese Eskalation, waren meiner Meinung nicht geschult.“ Der 41-jährige Fahrgast erstattete Anzeige und die Polizei hat die ersten Zeugen einvernommen.


Hartes Vorgehen stößt sauer auf
Dass die Linz AG das unnötig harte Vorgehen sauer aufstößt, ist verständlich: Immerhin hat sich das Unternehmen mit rund 114 Millionen Fahrgästen im Jahr der Kundenfreundlichkeit verschrieben und 100 Millionen Euro in einen neuen und hochmodernen Fuhrpark investiert. Und kommt mit diesem Vorfall nun unfreiwillig zum Handkuss.

Andi Schwantner, Kronen Zeitung

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