Mi, 22. August 2018

Hohe Konsumschulden

21.03.2018 10:19

Wenige Firmen, aber viele Privatpersonen pleite

Eine gute und eine schlechte Nachricht kommt vom Kreditschutzverband 1870, der jetzt die Insolvenzstatistik für das erste Quartal 2018 vorlegte. Demnach gibt es in Tirol mit 52 Unternehmenspleiten einen historischen Tiefststand. Anders schaut es bei Privaten aus. Dort stieg die Zahl der Insolvenzen um 164 Prozent.

Seit Anfang Jänner mussten 52 Tiroler Betriebe mit insgesamt 15 Millionen Euro Schulden Insolvenz anmelden. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um knapp 30 Prozent. Im österreichweiten Vergleich verzeichnet Tirol den mit großen Abstand deutlichsten Rückgang. „Die Tiroler Wirtschaft liefert derzeit sehr ansprechende Ergebnisse. Im Windschatten der Tiroler Leitbetriebe erwirtschaften auch an sich nicht optimal strukturierte Unternehmen durchaus schöne Ergebnisse“, analysiert KSV-Standortleiter Klaus Schaller.

Die heuer in Tirol verzeichneten Insolvenzen haben zum überwiegenden Teil Klein- und Kleinstbetriebe mit insgesamt 166 Dienstnehmern betroffen. Ausnahme war das Sanierungsverfahren der TiSUN GmbH (Isolierungen & Solaranlagen) in Söll mit Verbindlichkeiten von rund 7 Millionen Euro. Mittlerweile hat sich laut KSV herausgestellt, dass eine Sanierung nicht durchführbar ist. Die Gesellschaft werde liquidiert, heißt es.

230 Privatinsolvenzen
So erfreulich die Entwicklung bei den Unternehmen ist, so bedenklich ist sie im privaten Sektor. 230 Insolvenzen in den ersten drei Monaten bedeuten ein Plus von mehr als 164 Prozent. Insgesamt häuften die Betroffenen Konsum-Schulden von 37 Millionen € an.

Wie berichtet, ist eine Gesetzesänderung im November Grund für die Entwicklung. Diese erleichtert die Entschuldung. Viele Insolvenzanträge wurden im Vorjahr zurückgehalten und erst nach der Gesetzesänderung gestellt. KSV-Chef Schaller gibt zu bedenken, „dass die ,Entschuldung light’ ein zu hinterfragendes Signal an die Gesellschaft“ sei.

Claudia Thurner
Claudia Thurner

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