Irre Spott-Aktionen
Seligsprechung für Silvio? ++ "Sarkozy, adoptier mich!"
Eigentlich war alles nur als Scherz gedacht, doch die Resonanz auf seine satirische Website überrascht Massimo Scialó, Marketingprofessor aus Rom, nun selbst. Im Internet fordert er die Seligsprechung des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi (siehe Infobox). Die Resultate sind unglaublich: Mehr als 82.000 Menschen besuchten in wenigen Tagen die Webseite und verlangten Informationen über das Seligsprechungsverfahren des italienischen Premierministers. Auch zahlreiche willige Spender fanden sich.
"Wir hoffen, dass Silvios Wahrheit unsere Kirche erreicht"
"Berlusconi ist unser Retter und verdient mehr als jeder andere Italiener in den letzten Jahrhunderten die Seligsprechung unserer Heiligen Mutter Kirche. Deshalb entsteht unser Komitee. Für diesen Traum beten wir zum Herrn und hoffen, dass Seine Wahrheit und Sein Licht die Spitze unserer geliebten Kirche erreicht", ist auf der Webseite zu lesen.
Spendenwillige ersuchten um Kontonummer
Scialó veröffentlichte auch die Nummer eines fiktiven Bankkontos, auf dem die Anhänger Berlusconis aufgefordert wurden, Geld zur Förderung der Seligsprechung zu spenden. "Ich habe mit meinen Studenten gewettet, dass viele Leute auf die Website reagieren würden. Und tatsächlich haben mir viele Menschen per Mail geschrieben, weil die Kontonummer natürlich nicht korrekt war. Sie wollten die richtige haben, um Geld zu spenden. Viele Journalisten haben mich mittlerweile um Interviews gebeten", so der Professor.
"Die Idee der Webseite ist mir gekommen, nachdem ein Komitee eingerichtet wurde, um Berlusconi für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Wenn es um diesen Mann geht, gibt es in Sachen Leichtgläubigkeit keine Grenzen", sagt Scialó.
"Sarkozy, adoptier uns!"
Auch in Frankreich schlägt der Zorn des Volkes mittlerweile in offenen Spott gegen den mächtigsten Mann des Landes um. Um Anrecht auf einen ähnlichen Senkrechtstart im öffentlichen Leben wie der Sohn des Staatspräsidenten zu haben, wollen Jungsozialisten (MJS) in Frankreich von Nicolas Sarkozy adoptiert werden. Dies forderten die Jungpolitiker zynisch am Mittwoch bei einer Kundgebung vor dem Elysee-Palast in Paris.
Anlass für den Protest war die Ankündigung, dass der 23-jährige Präsidentensohn Jean Sarkozy ohne Studienabschluss und Berufserfahrung die Leitung der einflussreichen Entwicklungsbehörde für das Pariser Geschäftsviertel La Defense übernehmen soll.
Formulare für Gesuch sind im Internet verfügbar
Die Jungsozialisten wurden von Polizeibeamten rasch entfernt. "Wir werden den Protest im Internet fortsetzen", sagte der MJS-Aktivist Thomas Le Goff. Auf ihrer Webseite (siehe Infobox) können eigene Formulare heruntergeladen werden, um Adoptionsgesuche an Präsident Sarkozy zu richten. "Es ist eine Methode, um Jugendlichen zu helfen, die Schwierigkeiten haben, zumal es offenkundig viel leichter ist, einen Job zu finden, wenn man Sarkozy heißt", meinte Le Goff.











Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.