Do, 20. September 2018

Prozess in Innsbruck

09.03.2018 23:59

41 Kilo Marihuana: 10 Jahre Haft für Drogendealer

Weil er als Mitglied einer kriminellen Vereinigung insgesamt 41 Kilo (!) Marihuana nach Tirol geschmuggelt haben soll, saß am Freitag ein 27-jähriger Marokkaner in Innsbruck vor Gericht. Während zwei Beteiligte bereits zu jeweils sieben Jahren Haft verurteilt wurden, muss der Nordafrikaner nun zehn Jahre hinter Gitter.

Untypisch für derartige Prozesse begann am Freitag die Verhandlung am Innsbrucker Landesgericht: Ohne lang um den heißen Brei herumzureden, gestand der Angeklagte, dass er nicht wie zuvor vermutet unter 21, sondern bereits 27 Jahre alt ist. Dann zeigte sich der Drogendealer auch noch teilweise geständig. Er gab zu, bei der Beschaffung von drei Schmuggelfahrten von Turin nach Innsbruck beteiligt gewesen zu sein und rund fünf Kilo Marihuana selbst verkauft zu haben. „Aber in einer untergeordneten Funktion. Ich habe übersetzt, weil ich gut italienisch spreche. Und ich habe daher auch öfters für meinen Chef telefoniert“, gestand der Marokkaner, der in Turin auch ortskundig ist, weil er mehrere Jahre in der Hauptstadt Piemonts lebte.

Angeklagter war obdachlos
Laut seiner Verteidigerin hat der Angeklagte „mitgemacht“, weil er sich in einer Notsituation befand. „Er kannte in Innsbruck keinen, war obdachlos und hatte kein Geld.“ Der Mann, für den der Nordafrikaner angeblich die Drogengeschäfte abwickelte, soll ihm eine Unterkunft und 100 Euro pro Tag gegeben haben.

Volle Berufung
Der Schöffensenat rund um Richter Bruno Angerer war überzeugt davon, dass der 27-Jährige, der selbst drogensüchtig war und in Italien bereits drei Vorstrafen aufzuweisen hat, eine durchaus zentrale Rolle in der kriminellen Vereinigung spielte. Er wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Volle Berufung.

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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