30.03.2004 13:45 |

FIFA-Konkurrent

This is Football 2004

Nun schickt sich auch Sony an im heißen Rennen um den Titel der besten Fußballsimulation mitzumischen. Die Konkurrenz hat jedoch einiges vorgelegt und so muss „This is Football 2004“ schon die richtige Mischung aus Technik und Taktik mitbringen, damit ein Sieg eingefahren werden kann.
Gegenüber den Vorgängern hat sichauf den ersten Blick wenig geändert. Die Menüs sindrecht schlicht, aber übersichtlich und zweckmäßig.Als Spielmodi stehen das bekannte Trainingsspiel, Cup-Bewerbe,Saison sowie Challenge und auch ein Karrieremodus zur Verfügung.
 
Bei letzterem handelt sich um eine Abwandlung desauch schon bei Fifa 2004 neu hinzugekommenen Managerteils, dermehr Spieltiefe bringen soll. So versucht man seine Mannschaftvon ganz unten bis an die Weltspitze heranzuführen und solltedabei tunlichst auch seinen Kontostand im Auge behalten.
 
Wie ein Trainer schon "weise" gesagt hat, liegtdie Wahrheit bekanntlich am (Fußball-) Platz. Dort angekommenfällt einem nach dem Ankick die recht leicht zu beherrschendeSteuerung auf, die allerdings einmal in Tornähe angelangt,anfangs für ein wenig Unmut sorgt, denn je nachdem wie starkman die (analoge) x-Taste drückt fliegt das runde Leder entwederhoch in die Wolken oder bliebt in Bodennähe. Dieses Featurelernt man erst, sobald man es beherrscht als gelungenen Einfallzu schätzen. Die Schussstärke hängt, wie gewohnt,davon ab wie lang man die Taste gedrückt hält.
 
Mit dem rechten Analogstick kann jederzeit währenddes Spiels die Taktik angepasst werden und so aus einem Konterspielim Handumdrehen ein Sturmangriff aufs gegnerische Tor werden.Gepasst, geflankt, gegrätscht und getrickst wird im Rahmendes üblichen Genrestandards, wobei es zusätzlich dieMöglichkeit gibt eine Schwalbe zu produzieren. Wehe dem,der sich dabei vom Schiedsrichter ertappen lässt, denn dieserzögert keine Sekunde und präsentiert euch unerbittlich,da hilft kein Meckern und Gestikulieren, die gelbe Karte.
 
Die KI der CPU-Spieler sowie teilweise die Ballphysikkönnten jedoch etwas mehr Feinschliff vertragen. Die Grafikpräsentiert sich sehr ordentlich und besser als jene vonPro Evolution Soccer 3, jedoch kommt sie an den Fifa-Standardnicht ganz heran. Auch bei den Animationen hat das EA-Team dieetwas bessere Arbeit geleistet.
 
Die Soundkulisse ist ganz in Ordnung, allerdingskann sie den bombastischen Fangesängen, welche Fifa 2004sein eigen nennt, nichts entsprechendes entgegenhalten. Die Sprachausgabeist wohltuender als bei der Konkurrenz und nervt nicht bereitsnach der ersten Halbzeit.
 
Aufgrund der Fifpro-Lizenz laufen alle Teams mitden korrekten Namen der Spieler auf das Feld und das erstaunliche,neben der höchsten österreichischen Spielklasse istauch die erste Division vertreten. Selbst die meisten Transfersder Winterpause wurden berücksichtigt, nur gegen die Wechselfreudigkeitder Austria, was Trainer betrifft, konnten die Entwickler nichtsausrichten und so nimmt dort weiterhin Jogi Löw auf der BankPlatz.
 
Erstmals findet sich auch ein detailgetreu nachgebildetesösterreichisches Stadion in einem Fußballspiel wieder.Wer hier das Happel-Stadion erwartet hat, der irrt, denn dem ArnoldSchwarzenegger Stadion wurde diese Ehre zuteil. Erfreulich istzudem der integrierte Online-Modus, bei dem bis zu acht Spieler,jeweils vier in einem Team, über das Netz gegeneinander antretenkönnen.
 
Fazit: TIF 2004 zeigt sich in guter Form,lässt hie und da auch seine Klasse aufblitzen, kann jedochdie Konkurrenz nicht entscheidend ausspielen. Es ist weniger Simulations-lastigals das realitätsnahe Pro Evolution Soccer 3, dafürkann es mit der besseren Präsentation punkten. Im Vergleichmit Fifa 2004 unterliegt TIF 2004 hingegen grafisch und soundtechnisch,wobei es in spielerischer Hinsicht durchhaus leicht mithaltenkann. Wer also den goldenen Mittelweg aus Simulation und Präsentationsucht ist bei Sonys Balltretersimulation sicherlich bestens aufgehoben.
 
Plattform: PS2
Publisher: SCEE
Krone.at-Wertung: 84%
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