In letzter Sekunde

USA: Hinrichtung von dementem Mörder ausgesetzt

Ausland
26.01.2018 12:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Oberste Gericht der USA hat die geplante Hinrichtung eines dementen Mannes am Donnerstagabend im letzten Augenblick ausgesetzt. Der 67-jährige Vernon Madison, der am Donnerstag mit einer Giftspritze exekutiert werden hätte solen, war für schuldig befunden worden, 1985 in Mobile im US-Bundesstaat Alabama einen Polizisten getötet zu haben. Er sitzt seit mehr als 30 Jahren in der Todeszelle.

Richter Clarence Thomas erklärte, die Vollstreckung des Todesurteils sei "bis auf Weiteres ausgesetzt". Nach Angaben von Madisons Anwälten erlitt ihr Mandat in den vergangenen zwei Jahren mehrere Schlaganfälle. Er sei blind, könne ohne Hilfe nicht gehen und leide an Sprachstörungen sowie Inkontinenz.

Keine Erinnerung an Grund für Todesurteil
 
An den Grund seiner Verurteilung zum Tod könne er sich nicht mehr erinnern. Jemanden unter solchen Umständen hinzurichten, wäre nach Ansicht der Verteidiger eine ungewöhnlich grausame Strafe und als solche gemäß der US-Verfassung untersagt.

Im Prozess gegen Madison hatte die Jury seinerzeit lebenslange Haft empfohlen. Der Richter setzte sich jedoch darüber hinweg und verurteilte den Angeklagten zur Todesstrafe. Gemäß einem im vergangenen Jahr in Alabama verabschiedeten Gesetz haben Richter nicht mehr die alleinige Vollmacht über die Entscheidung zu einem Todesurteil.

EU appellierte für Aussetzung der Todesstrafe
 
Die Europäische Union hatte sich am Mittwoch in einem Appell für Madison eingesetzt. Zur Begründung hieß es, jemanden in dieser geistigen Verfassung hinzurichten wäre ein Verstoß gegen die Menschenrechte.

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