Sex-Mord in Italien

“Engel mit den Eisaugen” teilweise entlastet

Ausland
20.09.2009 09:23
Wende im Fall des sogenannten „Engel mit den Eisaugen“: Die US-Studentin Amanda Knox, die seit acht Monaten wegen Mordes in Italien vor Gericht steht, darf sich Hoffnungen auf einen Freispruch machen. Die am Tatort gefundenen blutigen Fußspuren stimmen nämlich nicht mit jenen ihres Freundes überein. Die 22-Jährige und ihr italienischer Freund Raffaele Sollecito sollen in der Nacht auf den 2. November 2007 ihre Mitbewohnerin Meredith Kercher bei einer Sex-Orgie ermordet haben.

Am Freitag sagte ein Gerichtsmediziner vor dem Schwurgericht in Perugia aus, dass der blutige Fußabdruck auf dem Badezimmerteppich, den die Polizei am Tag nach dem Mord fand, nicht Sollecito gehören. Den Abdruck hinterließ wahrscheinlich Rudy Guede, der bereits 2008 zu 30 Jahren Haft wegen des Mordes an Kercher verurteilt worden war. Die Staatsanwaltschaft ist aber davon überzeugt, dass Guede die Tat gemeinsam mit dem Pärchen begangen hat. Die beiden Angeklagten hatten bislang stets beteuert, in der Mordnacht nicht in der Studenten-WG gewesen zu sein. 

Der Gerichtsmediziner widerlegte die These, dass der Fußabdruck Raffaele Sollecito gehört, mit Fotos und medizinischen Unterlagen, die der 24-Jährige ein Jahr vor dem Mord an Kercher bei einem Orthopäden anfertigen ließ, weil er damals Einlagen tragen sollte. Damit ist auch Knox teilweise entlastet, weil die Anklage fest davon ausgeht, dass die beiden gemeinsam gemordet haben. Am 25. September wird der Prozess fortgesetzt.

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