Gut versteckt

Waffennarr hortete Bomben und Handgranaten

Ausland
19.09.2009 12:12
Ein deutscher Waffenliebhaber hat in mehr als 20 Erdlöchern in Deutschland und Österreich selbst gebastelte Bomben, Handgranaten, Sprengstoff und Waffen gehortet. Die bayerische Polizei fand die Verstecke des gebürtigen Berliners allerdings erst nach aufwendigen Entschlüsselungsarbeiten. Der Grund: Der 53-Jährige hatte sich ein kompliziertes Zahlensystem ausgedacht, das er auf Landkarten eintrug, um seine Waffenlager später wiederzufinden.

"Besonders die verschlüsselten Handskizzen stellten die Ermittler vor eine schwierige Aufgabe", teilte die Polizei Bayreuth am Freitag mit. Sie war dem 53-Jährigen im Mai 2008 durch einen Zufall auf die Spur gekommen. Beamte hatten den Obdachlosen in Bayreuth kontrolliert, weil der Mann sich mit Handschuhen und einer Zange an einem Fahrrad zu schaffen machte. Als die Beamten den 53-Jährigen durchsuchen wollten, schoss er unvermittelt auf einen der beiden Polizisten. Dessen 37 Jahre alter Kollege schoss zurück und traf den Angreifer sechsmal. Trotz seiner Verletzungen war es dem 53-Jährigen schließlich gelungen, wegzulaufen und sich das Leben zu nehmen.

Depots in Deutschland und Österreich
Später hatten die Ermittler bei dem Mann die Lagepläne für die Depots entdeckt, die sogar mit einem Inhaltsverzeichnis versehen waren. "Die jeweils aufgezählten Gegenstände wie Handgranaten, Sprengstoff, Bomben, Zünder und Schusswaffen fanden die Kriminalpolizeibeamten tatsächlich in den bislang geöffneten Erddepots", hieß es in der Mitteilung. Die meisten Verstecke gab es in Wäldern in Bayern. Andere wurden in Sachsen, Thüringen und Brandenburg entdeckt, drei Depots sogar in Österreich. Wo in Österreich diese angelegt waren, war trotz einer Anfrage zunächst unklar.

Keine Hiweise auf Mittäter
Die Ermittler glauben nicht, dass der gelernte Betonbauer ein Terrorist war, sondern Waffen ihn vielmehr nur begeisterten. Militärisch sei der Mann nie ausgebildet worden, daher sei unklar, woher er die Kenntnisse zum Sprengsatzbau hatte. Hinweise auf Mittäter gebe es nicht. Der Berliner war in den vergangenen Jahren nur wegen kleinerer Delikte aufgefallen. Früher musste er sich wegen einer Persönlichkeitsstörung in der Psychiatrie behandeln lassen.

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