Engere Kooperation

Raketenabwehr: NATO-Angebot an Russland

Ausland
18.09.2009 13:12
Nach der Abkehr der US-Regierung von dem Raketenschutzschild in Osteuropa will die NATO bei der Raketenabwehr enger mit Russland zusammenarbeiten. Moskau und das militärische Bündnis sollten zunächst gemeinsam die Sicherheitslage untersuchen, sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag in Brüssel. "Wir sollten das Potenzial dafür überprüfen, die Raketenabwehrsysteme der USA, NATO und Russlands zu gegebener Zeit miteinander zu verbinden." Die NATO hat mit Russland bereits an Verteidigungskonzepten gegen Kurz- und Mittelstreckenraketen gearbeitet.

Die US-Regierung kippte am Donnerstag die von Russland scharf kritisierten Pläne für einen Raketenschild in Osteuropa und begründete dies mit einer Neubewertung der Bedrohungslage durch den Iran. 

Statt einer Radaranlage in Tschechien und Raketen in Polen sollen nun moderne Kriegsschiffe vom Mittelmeer und der Nordsee aus für die Sicherheit in Europa sorgen (siehe Story in der Infobox).

Putin erwartet besseres Verhältnis zur USA
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin sieht im Stopp des US-Raketenschildes ein Zeichen für ein substanziell besseres Verhältnis mit den USA. Der Schritt von US-Präsident Barack Obama sei "richtig und mutig", sagte Putin am Freitag. 

Nun gebe es Hoffnung, dass Washington auch alle Handelsbeschränkungen gegen Russland aufhebe. Man erwarte überdies, dass die USA nun Grünes Licht für die Mitgliedschaft Russlands, Weißrusslands und Kasachstans in der Welthandelsorganisation (WTO) geben werden.

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