"Reflex-Watschn"
Deutscher Politiker ohrfeigt Bäuerin
Für die Attacke setzte es prompt eine "Reflex-Watschn". Karl rechtfertigte die Ohrfeige damit, dass die Frau "20 Liter Milch" über ihm ausgeschüttet und sich "unflätig und unkorrekt" verhalten habe. Die 40-jährige Bäuerin sagte, die 20-Liter-Kanne sei nicht einmal zur Hälfte voll gewesen. Karl habe die Milch nur über seine Hose bekommen und danach noch eine Wahlkampfrede gehalten.
Auch über die Stärke der "Watschn", die Karl laut eigenen Angaben "im Reflex" auskam, gibt es unterschiedliche Angaben. Der Politiker beschreibt die Attacke auf seiner Website als "leichte Ohrfeige". Die 40-jährige Bäuerin ließ sich von einem Arzt eine Halswirbelprellung attestieren und überlegt, damit vor Gericht zu ziehen.
Milchbauern-Demo vor Festzelt
Der Bundestagspolitiker (das deutsche Pendant zum Nationalratsabgeordneten, Anm.) hatte auf seiner Wahlkampftour beim Kirchweihfest in Trautmannshofen Station gemacht und war dabei mit den derzeit europaweit demonstrierenden Milchbauern aneinandergeraten. Die Landwirte empörten sich lautstark über die in den Keller gesunkenen Preise und kippten kannenweise ihre Milch in die Kanalisation. Karl versuchte, einen Dialog mit den Bauern zu beginnen, erntete aber nur wütende Kritik und Beschimpfungen.
In der Hitze des Gefechts begoss die Bäuerin den Politiker dann mit der Milch. Nach der Ohrfeige meinte Karl, seine Reaktion war "angesichts der Umstände nicht ungewöhnlich". Er sei schließlich zuerst das Opfer gewesen, die Frau die Täterin. Als Politiker müsse man sich nicht wie ein "Fußabstreifer der Nation" behandeln lassen.
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