Schiff gekentert

957 Passagiere von sinkender Fähre gerettet

Ausland
07.09.2009 09:02
Einen Tag nach dem Fährunglück auf den Philippinen hat die Küstenwache die meisten der vermissten Passagiere wohlauf gefunden. 957 Menschen seien insgesamt gerettet worden, neun ertranken und zwei wurden am Montag noch vermisst, teilte die Küstenwache mit. Die Ursache des Unglücks blieb weiterhin unklar. 24 Stunden nach dem Fährunglück sank am Montag ein weiteres Schiff in den Küstengewässern des Inselstaates. Der in Panama registrierte Frachter "MV Hera" mit 20 Besatzungsmitgliedern sei auf dem Weg von Papua-Neuguinea nach China gewesen, berichtete der philippinische Rundfunk. Den Koreanern und Philippinern an Bord des 15.000-Tonnen-Frachters soll es gelungen sein, sich mit einem Rettungsboot in Sicherheit zu bringen.

Die Fähre mit fast 1.000 Menschen an Bord hatte am Sonntag Schlagseite bekommen. Der Kapitän der "Superferry 9" sandte daraufhin Notsignale aus und befahl den 968 Passagieren, die Schwimmwesten anzulegen. Mehrere Menschen sprangen in Panik von Bord. Dabei seien unter anderem ein Mann und ein Kind ertrunken.

Bei der Rettungsaktion waren vier Schiffe der Marine im Einsatz, die von zwei zivilen Schiffen und mehreren Fischerbooten unterstützt würden.

Dramatische Szenen an Bord
An Bord spielten sich dramatische Szenen ab, berichtete ein Passagier, der von seinem Mobiltelefon aus einen Radiosender in Manila anrief. "Jetzt fühlt es sich so an, als läge das Schiff im 90-Grad-Winkel auf der Seite", sagte Roger Sinsiron. Er wartete zu dem Zeitpunkt mit 50 anderen Menschen darauf, von einem der Frachtschiffe aufgenommen zu werden, die die Fährgesellschaft zur Rettung der Passagiere entsandt hatte. Die meisten Passagiere seien in der Nacht durch lautes Getöse aufgeschreckt worden, weil die Ladung im Frachtraum plötzlich über den Boden schlitterte.

Schieflage bei schwerem Seegang
Die Fähre war vor der Westküste der philippinischen Halbinsel Zamboanga bei schwerem Seegang in Schieflage geraten und hatte um 04.00 Uhr Ortszeit (Samstag 22.00 Uhr MESZ) ein Notsignal abgesetzt. Später forderte der Kapitän die Passagiere auf, die Fähre zu verlassen, wie der Vize-Präsident der Fährgesellschaft WG&A sagte. Die 117 Besatzungsmitglieder hatten zunächst noch versucht, die Fähre selbst zu stabilisieren.

Unglücksursache noch nicht geklärt
Der regionale Chef der Küstenwache sagte, noch sei die Unglücksursache unklar. Die Fähre befand sich auf dem Weg von der Stadt General Santos im Süden des Landes nach Iloilo. Der vor der Nordost-Küste der Philippinen wütende Tropensturm Dujuan verursacht in der ganzen Region heftige Winde und hohe Wellen.

Philippinen - der Staat der Fährschiffe
Fähren sind ein viel benutztes Verkehrsmittel in dem Inselstaat mit 92 Millionen Einwohnern. Vor allem während der Taifun-Saison in der Jahresmitte kommt es dort häufig zu Unfällen. Beim schwersten Unglück in der Geschichte der zivilen Schifffahrt waren 1987 südlich der Hauptstadt Manila mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen, als eine Fähre mit einem Tanker zusammenstieß.

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