29.12.2017 14:47 |

Putin dialogbereit

Moskau: "Beziehung zu USA Enttäuschung des Jahres“

Der Kreml hat das schlechte Verhältnis Russlands zu den USA als eine der größten Enttäuschungen des Jahres bezeichnet. "Die Haltung, die Washington zu unserem Land einnimmt, kann nur Bedauern hervorrufen", sagte Dmitri Peskow, der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, am Freitag in Moskau. Putin sei in diesem Jahr wiederholt zu einem Dialog bereit gewesen. "Doch man braucht zwei für einen Tango", sagte der Kremlsprecher der Agentur Tass zufolge.

Auch in den USA hieß es wiederholt, das bilaterale Verhältnis mit Moskau habe einen Tiefpunkt erreicht. Neben den Konflikten in der Ukraine und in Syrien belasten vor allem Vorwürfe der russischen Einmischung in den US-Wahlkampf die Stimmung. Der diplomatische Streit beider Länder schaukelte sich im Sommer weiter hoch, als Moskau eine drastische Reduzierung des Personals in den US-Vertretungen in Russland durchsetzte. Als Reaktion ließ Washington russische Vertretungen schließen.

Putin schlug zuletzt mildere Töne an
Zuletzt hatte Putin unerwartet milde Töne gegenüber Trump angeschlagen. Gäbe es im Englischen den Unterschied zwischen "Du" und "Sie", sie würden sich vermutlich duzen, sagte der Kremlchef bei seiner Jahrespressekonferenz Mitte Dezember. Überraschend dann auch Putins Anruf bei Trump, um dem US-Präsidenten persönlich zu danken, nachdem russische Sicherheitskräfte dank einer Warnung des US-Geheimdienstes CIA einen Bombenanschlag in St. Petersburg verhindert hatten. Das Telefonat wurde als ein seltenes Zeichen des Einklangs zwischen Moskau und Washington gewertet.

Wie es zwischen Moskau und Washington weitergeht, bleibt aber auch 2018 fraglich. Putin stellt sich am 18. März der Wiederwahl für eine sechsjährige Amtszeit - und alles andere als ein klarer Sieg wäre eine riesige Überraschung. Trump zittert im November um die Kongressmehrheit. Ähnlich wie seine Vorgänger könnte er nämlich nach knapp zwei Jahren im Amt die Mehrheit im Parlament verlieren. Derzeit kontrollieren Trumps Republikaner sowohl das Abgeordnetenhaus als auch den Senat.

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