So, 21. April 2019
28.12.2017 14:13

Felssturz in Tirol

„Wir warten, bis der Berg eine Ruhe gibt“

Nach dem gewaltigen Felssturz in Vals in Tirol hat sich die Lage am Donnerstags vorerst unverändert dargestellt. Der Berg sei nach wie vor in Bewegung, wenngleich sich nicht mehr die "große Masse" an Gesteinsmaterial gelöst habe, sagte Bürgermeister Klaus Ungerank: "Wir warten, bis der Berg eine Ruhe gibt." Der errichtete Notweg ins Tal könne jedenfalls offen bleiben.

Es habe zwar rund 20 Zentimeter an Neuschnee gegeben, das sei aber für die provisorische Fahrbahn "kein Problem", so der Bürgermeister. Auch in punkto Lawinengefahr - der Forstweg wird von zwei Lawinenstrichen gekreuzt - sah der Ortschef vorerst keinen Grund zur Sorge. Derzeit herrsche Lawinenwarnstufe 3, also erhebliche Gefahr, kritisch werde es aber erst ab Warnstufe 4, so Ungerank.

"Warten, bis der Berg Ruhe gibt"
In dem vom Felssturz betroffenen Gebiet selbst orte man nach wie vor "dauernd Bewegung" am Berg. "Wir warten, bis der Berg eine Ruhe gibt", so der Bürgermeister nach einer Gespräch mit der Landesabteilung für Geologie. Aufräumungsarbeiten auf der Valser Landesstraße (L 230) stünden vorerst weiter nicht zur Debatte, verwies Ungerank auf die nach wie vor bestehende Gefahr. In dieser Woche heiße es jedenfalls einmal weiter zuwarten. Sobald man von den Geologen grünes Licht bekomme, werde man sich daranmachen, die Landesstraße provisorisch wieder befahrbar zu machen. Mittel- und langfristig werde dann wohl eine Verlegung der Landesstraße notwendig sein, sagte der Bürgermeister. Bezüglich Schutzbauten gebe es mehrere Optionen - eine davon sei die Errichtung einer Galerie.

Am kommenden Mittwoch findet die nächste Einsatzleiterbesprechung statt. Dann soll es laut einem Bericht von ORF Tirol auch den nächsten Erkundungsflug geben. Bereits am Freitag soll indes das Ergebnis der terrestrischen Laser-Scan-Untersuchung vorliegen, die die Geologen am Mittwoch durchgeführt hatten.

Evakuierung weiter aufrecht
Die drei Wohnhäuser im Siedlungsbereich "Tummelers Sand" bleiben weiter evakuiert. Das würde für die Bewohner derzeit noch keine allzu großen Probleme darstellen. "Einer hat gemeint, er schläft eh lieber bei seiner Freundin", verdeutlichte Ungerank, dass in Vals der Humor trotz des Unglücks nicht verloren gegangen ist. "Die Stimmung im Dorf ist nicht so schlecht. Die Menschen sehen, dass etwas gemacht wird. Und wir sind alle froh, dass der Felssturz kein Menschenleben gekostet hat", sagte der Ortschef.

Der gewaltige Felssturz hatte die Landesstraße im Valsertal am Abend des 24. Dezember bis zu 50 Meter hoch verschüttet. Personen kamen nicht zu Schaden, allerdings wurden mehrere Weiler der Gemeinde Vals von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 150 Dorfbewohner waren bis zur Öffnung des Notweges eingeschlossen. Zudem mussten zahlreiche Häuser in der Gefahrenzone evakuiert werden. Nur wenige Minuten vor dem Felssturz hatten mehrere Kinder die Stelle auf dem Rückweg von der Christmette passiert. Bürgermeister Ungerank und Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) als Leiter des Krisenteams sprachen von einem "Weihnachtswunder".

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