Skiunfall als Zäsur
Althaus legt nach Wahlschlappe Ämter nieder
Die CDU war bei der Wahl am Sonntag um zwölf Punkte auf nur noch 31,2 Prozent abgestürzt (siehe Story inder Infobox). Sie ist zwar immer noch stärkste Partei, aber nun erstmals seit zehn Jahren wieder auf einen Koalitionspartner angewiesen, um weiter regieren zu können. Eine Regierungsmehrheit kann sie nur mit der SPD unter Spitzenkandidat Christoph Matschie erreichen. Doch der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Heiko Gentzel, erklärte, seine Partei werde auf keinen Fall mit einer CDU unter Althaus regieren: "Ich sehe keine Mehrheit bei uns für ein Weiterregieren mit Althaus."
Rückhalt in der CDU verloren
Daraufhin preschte der Präsident des Gemeinde- und Städtebundes in Thüringen und CDU-Bürgermeister von Waltershausen, Michael Brychcy, vor und erklärte, der Ministerpräsident solle sich freiwillig zurückziehen: "Wenn man den Neuanfang will, dann geht es nicht anders." Auch der Politikberater und ehemalige CDU/CSU-Wahlkampfleiter Michael Spreng forderte Althaus auf, den Weg für eine andere personelle Lösung freizumachen.
Folgenschwerer Skiunfall
Althaus hatte Anfang des Jahres mit einem schweren Skiunfall in Österreich Schlagzeilen gemacht. Der Politiker war am Neujahrstag in der Steiermark mit der 41-jährigen Mutter eines kleinen Kindes zusammengestoßen, die bei dem Unfall starb. Der selbst durch ein Schädel-Hirn-Trauma schwer am Kopf verletzte Ministerpräsident wurde in einem umstrittenen Blitzprozess wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von rund 33.000 Euro verurteilt (siehe Story in der Infobox) und kehrte erst im April auf die politische Bühne zurück.
Vom Lehrer zum Landeschef
Der 51-Jährige arbeitete in Nordthüringen bis zur deutschen Wiedervereinigung als Lehrer. 1985 trat er in die CDU ein, in der DDR eine von den Kommunisten abhängige Blockpartei. Seine Karriere führte ihn nach der Wende über das Kultusministerium ins Amt des Ministerpräsidenten, das er seit 2003 ausübte.
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