Dank "Supertanker"

Kalifornien: Waldbrände massiv eingedämmt

Ausland
02.09.2009 13:19
Endlich gute Nachrichten aus Kalifornien: Nach einem sechstägigen Kampf gegen das Flammenmeer konnten die Feuerwehrleute am Dienstag (Ortszeit) erstmals durchatmen. Bis zum Abend wurden die Waldbrände nordöstlich von Los Angeles massiv eingedämmt. Nur rund ein Fünftel der Feuer loderte noch, teilten die Verantwortlichen mit. "Das ist der erste Tag mit guten Nachrichten", sagte Mike Dietrich von der US-Waldbehörde erleichtert. Den knapp 3.000 Feuerwehrleuten waren nach einer tagelangen Hitzewelle kühlere und feuchte Luft zu Hilfe gekommen - und der "Supertanker", das größte Löschflugzeug der Welt (Bild).

Der "Supertanker" ist ein umgebauter Jumbo der amerikanischen Frachtfluggesellschaft Evergreen International Aviation. Die Maschine vom Typ Boeing 747 kann mehr als 75.000 Liter Löschwasser aufnehmen - das ist achtmal mehr, als normale Löschflugzeuge fassen. Kalifornien hat den Jumbo im Juli von der im Bundesstaat Oregon ansässigen Evergreen-Airline für die Waldbrand-Saison gemietet.

60 Gebäude und 500 Quadratkilometer Land vernichtet
Bis zum Montag hatten die Flammen mehr als 60 Gebäude vernichtet. Angesichts der Ausmaße des Feuers ist die Zahl der abgebrannten Häuser aber verhältnismäßig gering. Das Feuer bedroht jedoch noch Tausende Häuser in den Vororten der Millionenmetropole. Auf einer Breite von 40 Kilometern hat die Feuerwalze eine Fläche von über 500 Quadratkilometern verkohlt. Damit wurde ein riesiges schwarzes Loch in eine der beliebtesten Natur- und Wanderregionen nahe Los Angeles gerissen. Große Flächen mit Kiefernwäldern und Büschen sind vernichtet. "Wir haben immer noch eine sehr gefährliche Situation", warnte Dietrich. Das Feuer sei immer noch ein "großes Tier".

Ein Schwerpunkt in der Nacht auf Mittwoch war die Rettung des 105 Jahre alten Mount-Wilson-Observatoriums nahe Los Angeles, wo auch Sendetürme für rund 50 Fernseh- und Radiostationen stehen. Die Bergregion war am Dienstag von Flammen umzingelt gewesen. Die Gebäude wurden vorsichtshalber mit feuerhemmenden Chemikalien besprüht.

Zwei Feuerwehrmänner getötet, mehrere Anrainer verletzt
Der Feuersturm forderte bereits Menschenleben: Am Sonntag starben zwei Feuerwehrleute, als ihr Fahrzeug einen steilen Abhang hinabstürzte. Mehrere Anrainer, die ihre Häuser nicht geräumt hatten, erlitten Verbrennungen. Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief dazu auf, den Evakuierungsbefehlen der Feuerwehr Folge zu leisten.

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