"Wahlmanipulation"

Lukaschenko korrigiert Ergebnis nach unten

Ausland
27.08.2009 15:10
Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat eine ungewöhnliche Form von Wahlmanipulation eingestanden. Bei seiner Wiederwahl im März 2006 habe er das Ergebnis nach unten korrigieren lassen, sagte der autoritär regierende Präsident in einem Interview mit der russischen Zeitung "Iswestija".

"Damals haben 93 Prozent für mich gestimmt. Ich habe dann ein Ergebnis von etwa 80 Prozent angeordnet", erklärte er. Als Grund nannte Lukaschenko eine "psychologische Grenze von 90 Prozent" bei Wahlen, derartige Ergebnisse würden nicht geglaubt. Die Wahlkommission in Minsk hatte seinerzeit 82,6 Prozent als offizielles Endergebnis für den Amtsinhaber genannt, internationale Beobachter kritisierten die Abstimmung damals als manipuliert und nicht frei.

Lukaschenko will Dialog mit der EU
Weißrussland war erst im Mai in die "Östliche Partnerschaft" der Europäischen Union aufgenommen worden, allerdings forderte die EU von Minsk weitere demokratische Fortschritte. Lukaschenko signalisierte in dem aktuellen Interview Dialogbereitschaft: "Mit Brüssel muss man sprechen." Vorwürfe von Menschenrechtlern, die ihn als "letzten Diktator Europas" kritisieren, wies er aber zurück.

"Bei uns lässt es sich leben"
"In Weißrussland gibt es etwas zu essen, und die Menschen haben etwas anzuziehen. Ich sage nicht, dass wir keine Probleme haben und alle reich sind. Aber bei uns lässt es sich leben, und man kann auch gutes Geld verdienen." Lukaschenko hielt sich am Donnerstag zu einem Treffen mit Kremlchef Dmitri Medwedew in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi auf.

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