Es war Notwehr
Polizist wegen Tod bei G-8-Gipfel entlastet
Der 23-jährige Giuliani hatte am 20. Juli 2001 in Genua mit anderen vermummten Demonstranten mit einem Feuerlöscher in der Hand ein Polizeiauto gestürmt und war von Placanica erschossen worden. Der G-8-Gipfel in Genua hatte Hunderttausende Globalisierungsgegner mobilisiert, während der Kundgebungen kam es dann zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Etwa 300 Personen wurden festgenommen. Bei Razzien in den Antiglobalisierungs-Lagern war es zudem zu Übergriffen der Polizei gekommen, klagten Demonstranten anschließend.
Erster Prozess bereits im Jahr 2003
Bei einem Prozess wegen des Todes Giulianis in Genua war Placanica im Jahr 2003 vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Das Gericht hatte sich der Forderung der Genueser Staatsanwälte nach Freispruch angeschlossen. Demnach hatte Placanica aus Notwehr auf den Globalisierungsgegner geschossen. Freigesprochen wurde auch der Polizist, der am Steuer des Polizeiautos gesessen hatte und ebenfalls in den Sog der Ermittlungen geraten war.
Placanica hatte Giulianis Eltern um Verzeihung für seine Tat gebeten. Die Polizei war wegen der ihr vorgeworfenen Brutalität bei den Demonstrationen am Rande des G-8-Gipfels stark unter Druck geraten, hatte jedoch stets von der damaligen Regierung Silvio Berlusconis Rückendeckung erhalten.
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