Er zeigt Reue

Michelles Mörder legt vor Gericht Geständnis ab

Ausland
17.08.2009 12:40
Mit einem vollen Geständnis des Angeklagten hat der Prozess um den Mord an der achtjährigen Michelle aus Leipzig begonnen. Der 19-jährige Daniel V. bekannte sich am Montag vor einer Jugendkammer des Landgerichts zu allen Anklagevorwürfen schuldig und ließ seinen Verteidiger eine entsprechende Erklärung abgeben. Angeklagt ist der junge Mann wegen Mordes, Vergewaltigung, schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und schwerer Körperverletzung.

Der Angeklagte wandte sich zunächst an die nicht anwesenden Angehörigen Michelles und sagte mit fast versagender Stimme, er wolle sich dafür entschuldigen, dass er der Familie großen Schmerz zugefügt und nicht die Kraft habe aufbringen können, sich früher zu stellen. Auch bei den Leipzigern entschuldigte er sich dafür, dass er monatelang für Angst gesorgt habe, weil er sich nicht stellte.

"Zurückgebliebener Teenager"
Verteidiger Malte Heise bezeichnete den 19-Jährigen als zurückgebliebenen Teenager, der unreif sei und bemuttert werden müsse. Daniel V. müsse Hilfe erfahren und dürfe nicht verdammt werden. Heise will beantragen, den nicht vorbestraften und zur Tatzeit 18-Jährigen nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen. Demnach läge die Höchststrafe bei zehn Jahren Haft, als Erwachsener würde ihn eine lebenslange Freiheitsstrafe erwarten.

Daniel V. kannte Michelle
Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller erklärte in seiner Eröffnung, dass der zum Tatzeitpunkt 18-Jährige die Achtjährige, die er von seiner Arbeit her kannte, getroffen und unter einem Vorwand zu sich nach Hause gelockt habe. Als Michelle gemerkt habe, dass er sie mit Klebeband knebeln wollte, habe sie versucht zu fliehen. Laut Anklage riss der junge Mann sie aber zurück in die Küche, würgte und schlug das sich wehrende und strampelnde Mädchen und flößte ihm Alkohol ein. Dann missbrauchte er das Kind sexuell.

Mit der Mutter zur Polizei
Um das Verbrechen zu vertuschen, habe er Michelle schließlich erwürgt, sagte Müller. Die Leiche habe er für zwei Tage in einer Abstellkammer abgelegt und dann in einen Teich geworfen, wo sie am 21. August des Vorjahres ein Spaziergänger fand. Trotz umfangreicher Ermittlungen der Soko "Michelle" mit 177 Beamten fehlte sieben Monate lang jede Spur von dem Täter. Am 8. März dieses Jahres, als Polizisten Daniel V. zur DNA-Feststellung aufsuchen wollten, erschien dieser mit seiner Mutter bei der Polizei und legte nach anfänglichem Leugnen ein Geständnis ab.

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