"Wenn die Stimmung für uns läuft, können wir ein respektables Ergebnis kriegen, wenn aber die Stimmung nicht passt, dann ist nichts zu holen, weil die Strukturen fehlen", sagte Scheuch.
Die Bandbreite liege bundesweit zwischen fünf und 15 Prozent, die Partei habe also durchaus gute Chancen, sich nachhaltig bundespolitisch zu etablieren. "Dafür muss man aber etwas tun", so Scheuch
Scheuch will sich keine "blutige Nase holen"
Als wenig erfreulich bezeichnete Scheuch den Zustand der orangen Landesgruppe in Wien. "Die Landesgruppe ist klein und zerstritten." Er sei daher der Ansicht, dass man bei der Wiener Wahl im kommenden Jahr nur dann antreten sollte, "wenn wir einen wirklich attraktiven Kandidaten und ein ordentliches Thema haben". Es wäre unsinnig, sich "sehenden Auges eine blutige Nase zu holen" und dafür auch noch viel Geld auszugeben.
Ärger über "kindische Streitereien"
Es müsse das Ziel des BZÖ sein, eine Alternative zu Rot-Schwarz oder Rot-Grün zu ermöglichen. Scheuch: "Wir brauchen eine Mehrheit rechts der Mitte in Österreich." Diese sei seit 1999 gegeben, in den vergangenen Jahren aber durch "kindische Streitereien, die man sich medial ausrichtet" verhindert worden.
In Kärnten, wo Scheuch seit dem Unfalltod des BZÖ-Gründers Jörg Haider die Partei führt, habe man sich in diesen turbulenten Monaten "gut geschlagen". Die Mannschaft sei "gut aufgestellt", derzeit sei er gerade dabei, die Ortsgruppen und Bezirke noch zu verstärken, um für die Nationalratswahl 2013 und die Landtagswahl im Jahr darauf gerüstet zu sein.
"Haider war nicht irgendein Landeshauptmann"
Diese sei untrennbar mit Haider verknüpft, betonte Scheuch, daher empfinde er auch die derzeitige Diskussion um die für Herbst in Klagenfurt geplante Haider-Ausstellung als "müßig und überflüssig". Andererseits zeige allein die hitzige Debatte, dass "Haider nicht irgendein Landeshauptmann war".
Scheuch gegen Vorwurf des "Totenkults"
Den von manchen erhobenen Vorwurf, das BZÖ betreibe einen "Totenkult", wies Scheuch kategorisch zurück: "Die Bezeichnung ist einfach falsch. Das BZÖ wird Jörg Haider nicht nur am 10. Oktober (Tag der Ausstellungseröffnung, Anm.), sondern auch in zehn oder 15 Jahren seinen Platz widmen." Solange er Parteichef sei, werde das auch so bleiben, unterstrich Scheuch.
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