In Bayern gestellt
Mutmaßlicher Kinderschänder ist vorbestraft
Die damals Siebenjährigen hätten sich einem Gleichaltrigen anvertraut, dessen Eltern die Polizei informierten. Gegenüber den Behörden machten die Zwillinge keine Angaben, die ahnungslosen Eltern hätten den mutmaßlichen Täter in Schutz genommen. Nachdem auch ein Gutachter nicht klären konnte, ob die Aussagen glaubwürdig waren, wurde das Verfahren dem Bericht zufolge eingestellt.
Der mutmaßliche Kinderschänder, ein geschiedener und kinderloser Mann, hatte sich nach einem Fahndungsaufruf im Fernsehen der Polizei in Sonthofen in Bayern gestellt.
Weitere Opfer nicht ausgeschlossen
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige auf 42 Videos bei schwersten sexuellen Missbrauchshandlungen an neun Buben im Alter von fünf bis sieben Jahren zu sehen ist. Die Aufnahmen soll er 2006 gemacht und dann ins Internet gestellt haben. Nun werde versucht, die Identität der Buben zu klären, sagte Hübner. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass es weitere Opfer gebe.
Der Mann hatte nach eigenen Angaben als Übungsleiter eines Sportvereins Buben im Alter von vier bis zwölf Jahren im Geräteturnen unterrichtet, möglicherweise fand er seine Opfer in diesen Gruppen.
Öffentliche Fahndung via TV
Da der Verdächtige lange Zeit nicht identifiziert werden konnte, hatte die Gießener Staatsanwaltschaft am Mittwoch die öffentliche Fahndung eingeleitet und zahlreiche Bilder, Videos und Sprachaufzeichnungen des Täters ins Internet gestellt. Ein erster Fahndungsaufruf wurde in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" veröffentlicht, für Hinweise zur Ermittlung des Täters lobte man eine Belohnung von 5.000 Euro aus. Danach gingen binnen weniger Stunden gut 25 Hinweise bei den Behörden ein.
15 Jahre Haft drohen
Laut Hübner fiel dabei mehrfach der Name des 37-Jährigen. Unter den Anrufern seien auch Mütter von möglicherweise betroffenen Kindern gewesen. Nach diesen Hinweisen habe man den Wohnort des Verdächtigen in Mayen ermittelt und Nachforschungen angestellt. Möglicherweise habe ein Bekannter den 37-Jährigen darüber informiert, dass die Polizei ihm auf der Spur sei. Bei einer Verurteilung drohen dem mutmaßlichen Täter bis zu 15 Jahre Haft.
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