Pannen ohne Ende
Erneut Zwischenfall mit Sonde bei Air France
Laut einem Sprecher von Air France untersuche die Fluggesellschaft nun den Vorfall gemeinsam mit dem europäischen Flugzeugbauer Airbus, und auch die französische Luftfahrtsicherheitsbehörde (BEA) sei eingeschaltet. Es habe sich bei dem Vorfall aber nicht um die gleiche Sonde gehandelt wie bei der Unglücksmaschine, die über dem Atlantik abstürzte, sondern um ein "abgewandeltes" Messgerät des französischen Herstellers Thales, betonte der Sprecher.
Piloten fordern Austausch aller französischen Sonden
Offenbar hätten aber auch die neueren Sonden nicht "die erwartete Verbesserung" erbracht, erklärte die Pilotenvereinigung SNPL. Ein ganzes "Bündel von Elementen" deute darauf hin, dass der neuerliche Zwischenfall in Zusammenhang mit früheren Vorfällen und mit der Katastrophe vom 1. Juni zu bringen sei, sagte ein Sprecher des Verbandes. Air France solle deshalb in der gesamten Flotte die Thales-Sonden durch die Messgeräte des US-Herstellers Goodrich austauschen. Die französischen Sonden waren ins Gerede gekommen, nachdem SNPL und ein weiterer Pilotenverband von wiederholten Pannen berichtet hatten.
Air France hatte seine Piloten bereits im November 2008 selbst vor Problemen mit den Sonden gewarnt. In einem Memo ist von etlichen Zwischenfällen die Rede, von falschen Geschwindigkeitsmessungen, unterschiedlichen Angaben auf den Kontrollschirmen von Pilot und Kopilot sowie dem Abschalten des Autopiloten (siehe Story in der Infobox). Aber erst Ende April begann die Airline mit dem schrittweisen Austausch der Sonden bei ihren A330 und A340, wobei sie am französischen Hersteller Thales festhielt. Laut der Pilotenvereinigung sind 70 Prozent aller Linienmaschinen weltweit mit Goodrich-Sonden bestückt, ohne dass jemals ein Zwischenfall damit gemeldet worden sei.
228 Tote bei Airbus-Absturz zwischen Rio und Paris
Bei dem Absturz der Air-France-Maschine zwischen Rio de Janeiro und Paris waren alle 228 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die Ermittlungsbehörde BEA stellte fest, dass die besagten Sonden "ein Faktor, aber nicht der Grund" für den Unfall waren. Die nach ihrem Erfinder benannten Pitot-Sonden sind außen am Flugzeug angebrachte Röhrchen, die den Luftstrom beziehungsweise die Geschwindigkeit messen.
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