Drama bei Festzug

Auto rast in Deutschland in Menschenmenge

Ausland
20.07.2009 10:15
Tragödie bei einem sonntäglichen Schützenfest im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen: Ein 79-jähriger Pensionist ist mit seinem Mercedes in Menden in einen Umzug der Sankt-Hubertus-Schützen gefahren und hat zwei Menschen getötet. 51 Personen wurden verletzt, 14 davon schwer. Zunächst hatte die Polizei von drei Toten gesprochen. Einer der Männer konnte laut Behördenangaben jedoch reanimiert werden, nachdem er bereits klinisch tot war. Zeugen berichteten, dass die Menschen wie Puppen durch die Luft geschleudert wurden. Ein Polizist: "Das sah aus wie ein Schlachtfeld."

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der Pensionist mit seiner A-Klasse ungebremst und mit überhöhter Geschwindigkeit in das Ende des Schützenumzugs gerast. Erst durch einen zur Absicherung des Umzugs auf der Straße geparkten Polizeiwagen konnte das Fahrzeug gestoppt werden. Der zu diesem Zeitpunkt unbesetzte Polizeiwagen wurde mit Wucht in ein weiteres Auto geschoben (Foto siehe Infobox), bevor das Unglücksauto endlich schwer beschädigt zum Stehen kam. 

Schwächeanfall als Unfallursache?
Polizei und Retter rätselten auch am Montag noch über die Hintergründe des schrecklichen Unfalls. "Nichts deutet derzeit auf eine geplante Tat hin", sagte ein Sprecher. Möglicherweise könnte der Mann einen Herzinfarkt erlitten haben, auch ein Schwächeanfall wird nicht ausgeschlossen. Laut Polizei wurden bei dem Unfall ein 69-jähriger und ein 40-jähriger Mann getötet, 14 Personen schwer und 37 Personen leicht verletzt. Der Unfallverursacher wurde ebenfalls schwer verletzt.

Noch Stunden nach dem Unglück waren Rettungskräfte damit beschäftigt, den Unfallort zu sichern. Hubschrauber kreisten über dem Unfallort. Der Unglücksfahrer wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Er soll nun so schnell wie möglich zu den Hintergründen des Unfalls befragt werden. 

Das Unglück ereignete sich vor dem Festplatz, wo der Schützenverein St. Hubertus Menden-Nord an diesem Wochenende sein Jubiläumsschützenfest zum 60-jährigen Bestehen feierte. "Aus diesem Grund war der Festumzug in diesem Jahr auch besonders lang", berichtete Johannes Ismar vom benachbarten Schützenverein Schwitten.

Noch am Sonntagabend versammelten sich Anrainer am Unglücksort und legten Blumen nieder. Das für Montag geplante Vogelschießen wurde abgesagt. Stattdessen wird eine Trauerfeier abgehalten.

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