"Historisches Urteil"
400 Jahre Haft für 44 Mafiosi in Palermo
"Addiopizzo" ist auch der Name einer 2006 in Palermo gestarteten Kampagne von inzwischen über 200 Händlern, die sich öffentlich dazu bekennen, keine Schutzgelder mehr an die Clans zu bezahlen. Über 9.000 Konsumenten haben bislang mit ihren Einkäufen bei diesen Händlern deren Kampf gegen Schutzgelderpressung unterstützt. Ihr Motto lautet: "Ein ganzes Volk, das Schutzgelder zahlt, ist ein Volk ohne Würde."
Schätzungen zufolge gibt es in Italien über 160.000 Betriebe, die von der Mafia erpresst werden. Allein auf Sizilien bezahlen mindestens 50.000 Firmen einen "Pizzo". Das Nicht-Zahlen des Schutzgeldes ist nicht ungefährlich. Häufig werden die Geschäfte der "aufmüpfigen" Ladenbesitzer abgebrannt. Auch schwere Körperverletzung oder gar Mord sind nicht unüblich.
Der Chef des Lo-Piccolo-Clans, Salvatore Lo Piccolo, der nach der Festnahme von Superboss Bernardo Provenzano als neuer Chef der sizilianischen Cosa Nostra galt, wurde im November 2007 festgenommen.
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