Wegen Visum-Streit

Tscheche feuert alle seine kanadischen Mitarbeiter

Ausland
16.07.2009 20:02
Ungewöhnlich hat ein tschechischer Unternehmer auf die Entscheidung Kanadas reagiert, wegen der stark gestiegenen Zahl der Roma-Asylwerber aus Tschechien die Visapflicht für Tschechen wieder einzuführen. Wie der tschechische Nachrichrichtendienst "iDnes" berichtete, hat der Mann namens Vaclav Gajda, selbst ein Roma, der 22 Strandrestaurants in Spanien betreibt, ab sofort alle seinen kanadischen Mitarbeiter entlassen. Außerdem habe er dem übrigen Personal Anweisung gegeben, keine kanadischen Gäste mehr zu bedienen.

"Gleich am Mittwoch um 3.00 Uhr am Morgen ließ ich alle 34 kanadischen Studenten, die bei mir gearbeitet haben, entlassen", bestätigte Gajda gegenüber "iDnes". Über eventuelle Gerichtsklagen macht er sich keine Gedanken. "Mit ihren Klagen rechne ich", fügte er hinzu. Über seine Entscheidung habe Gajda die kanadische Botschaft in Spanien informiert.

Gajda, der vor 30 Jahren aus der kommunistischen Tschechoslowakei emigriert war, besitzt in Spanien außer den 22 Strandrestaurants noch weitere zwölf Restaurants im Landesinneren. "Ich liebe zwar das südliche Spanien, allerdings fühle ich mich immer noch als Tscheche", sagte Gajda.

Kanadische Visumpflicht seit Dienstag
Kanada hatte den Visumzwang gegen Tschechien am vergangenen Dienstag wieder eingeführt. Tschechien konterte mit der Einführung der Visapflicht für kanadische Diplomaten und Besitzer von kanadischen Dienstreisepässen. Den Visumzwang gegen kanadische Touristen kann Tschechien wegen der gemeinsamen EU-Visapolitik indes nicht einführen.

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