"Es ist ein Albtraum", beklagt Marianne L. Weil sich ihr Bruder vor Jahren bei der Bank viel Geld ausgeliehen hatte, um einen neuen Traktor zu finanzieren, könnten nun der Landwirt, eine seiner Schwestern und der 84-jährige Vater bald auf der Straße stehen. Denn als Sicherheit für den Kredit diente das Haus der Familie. "Und das, obwohl mein Bruder nur zu einem Achtel Miteigentümer ist. Wir haben erst von seinen Schulden erfahren, als der Gerichtsvollzieher vor der Tür stand", ist die 56-Jährige verwundert und empört.
36.000 Euro Schulden
Der Bruder konnte nämlich Raten bei der Bank lange Zeit nicht berappen - 36.000 Euro waren offen geblieben. "Josef hatte seine EU-Förderungen an einen Händler für landwirtschaftliche Produkte verpfändet. Er war jedoch der Meinung, mit seiner Unterschrift lediglich die Kosten für eine Düngerlieferung zu begleichen", berichtet Marianne L. Den Kredit konnte er deshalb nicht mehr zurückzahlen.
Hausversteigerung in letzter Minute verhindert
Um den drohenden Verlust des Hauses abzuwenden, sprangen seine Geschwister finanziell ein. Dennoch wurde vom zuständigen Bezirksrichter einen Tag vor Weihnachten die Versteigerung angeordnet. "Nur mit Hilfe der Landesregierung konnte dieses Verfahren gestoppt werden", so die Frau.
Doch die Sache ist noch immer nicht ausgestanden. Um ihr Heim zu retten, wollen die Geschwister die Anteile des Bruders samt Schulden übernehmen: "Der Vertrag liegt bereits beim Notar. Der Bezirksrichter war allerdings noch nicht dazu bereit, seinen Stempel unter den Kontrakt zu setzen. Bis das soweit ist, müssen wir weiter zittern..."
von Tina Blaukovics, Kronen Zeitung
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.